Klare Worte der Bayern fehlen

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Die Rückkehr der Bundesliga nach dem fragwürdigen USA-Trip der Nationalelf wurde von dem grauenvollen Geschehen zwischen den Palästinensern und Israelis überlagert. Die Anmerkungen über die Entscheidung von Bayern München, den Profi Noussair Mazraoui nach seiner unsäglichen Teilung eines Videos zum Krieg in Nahost nicht zu suspendieren, lösten völlig zu Recht heftige Verrisse aus. So auch im TV-Doppelpass von Sport 1. Im Kontrast zum Branchenführer ist die Haltung der Mainzer gradliniger, die am letzten Spieltag dem Meister mit 1:3 unterlagen. Der beim FSV 05 angestellte Anwar El Ghazi wurde nach einem ähnlichen Vorfall zur Gewalt und Terror trotz der Schwächung des eigenen Teams vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt.

Das Management von Bayern München offenbart zu viele Mängel: Das beschreibt der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seinem aktuellen Bundesligakommentar.

München

Überhaupt zeigt das Management an der Säbener Straße seit geraumer Zeit etliche Mängel auf, wodurch dem Trainer Thomas Tuchel verstärkt die Rolle eines Club-Sprechers zufällt. Speziell zum Skandal rund um Noussair Mazraoui haben klare Worte des Vereinschefs Herbert Hainer und vom Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen gefehlt. Offenbar sind ihnen die Schuhe ihrer Vorgänger Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge immer noch zu groß.

Berlin

Fußballerisch notierte das dritte Oktober-Wochenende an der Spitze keine größeren Bewegungen. Augenfällig ist von Niederlagen-Serie von Berlin. Diesmal waren es die Stuttgarter, die mit ihrem 3:0 vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion „An der Alten Försterei“ den Eisernen ihre achte Pflichtspiel-Schlappe in Folge verpassten. Union und der VfB, in 2019 noch Rivalen in der Bundesliga-Relegation, haben derweil die Rollen getauscht. Die in den vergangenen Jahren meist abstiegsgefährdeten Bad Cannstatter mischen jetzt oben mit, während die Köpenicker einem Sturzflug mit möglichen bitteren Reflexen erleben.

Köln

Darauf hat der Effzeh seit dem Start der aktuellen Spielzeit lange gewartet. Ausgerechnet im rheinischen Derby gelang es den Domstädtern, ihren ersten Sieg zu bejubeln. Das Match am zweiten Herbstwochen-Sonntag gewannen die Kölner eindeutig dank ihrer Energie. Weder Strategie noch individuelle Klasse waren ausschlagend, auch keine Zufälle. Am Ende war dies alles für die von Stefen Baumgart aufgebotene Equipe unerheblich. Ebenso für ihre treuen Anhänger in Bad Waldliesborn, Karl-Heinz Rickmann, und Wadersloh, Reinhold Schomacher, die durchaus über das Comeback der Geißböcke gejubelt haben dürften.

Bochum

Die Reise von Bochum nach Freiburg endete mit viel Frust auf der Seite des VfL. Verärgert gaben sich Trainer Thomas Letsch und Sportchef Patrik Fabian nach dem 1:2 ihres Teams im Breisgau. Sicherlich waren einige Schiedssprüche des Referees an der Dreisam zu hinterfragen. Nicht von ungefähr befinden sich die Blau-Weißen in der Abstiegszone. Ohne eine fühlbarere Leistungssteigerung werden sie sich aus diesem Tal kaum befreien können.

Dortmund

Bislang waren die Resultate von Dortmund in der 61. Auflage der Bundesliga häufiger knapp, auch vor den beindruckenden Rängen im einstigen Westfalenstadion. Gegen Köln und Wolfsburg sowie nun in der Partie mit Bremen kamen die Schwarz-Gelben jeweils über ein 1:0 nicht hinaus. Freilich sind 20 Zähler von erreichbaren 24 Punkten eine ansprechende Ausbeute, was auch von den Lippstädter „Optimisten“ anerkannt wird. Doch mit Blick auf den Anspruch, nach 2012 endlich mal wieder Deutscher Meister zu werden, reicht es nicht aus, nur auf Julian Brandt, Mats Hummels, Gregor Kobel und Marco Reus zu setzen. Derzeit hat der BVB-Sportlehrer Edin Terzic noch zu viele Baustellen in der von ihm betreuten Equipe.