Verdienste Niederlage für Dortmund

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Es war mal wieder ein Spieltag ganz nach dem Geschmack der Bayern. Sie gewinnen in Bochum haushoch mit 7:0, während die anderen potentiellen Bewerber um die Schale ihre Gelegenheiten ausnahmslos vergeigten: Dortmund gegen Bremen mit 2:3, Leipzig bei Union Berlin mit 1:2 und Leverkusen daheim gegen Hoffenheim gar 0:3. Für die Konkurrenz wird es auch in Saison 2022/23 schwer, den Rekordmeister auf seinem Weg zur erneuten Titelverteidigung in gravierende Schwierigkeiten zu bringen.

Sieht die Bayern bereits auf dem Weg zur Titelverteidigung: Der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, beschreibt in seinem Bundesligakommentar nach dem dritten Spieltag die Situation an der Tabellenspitze.

Bochum

Die Bochumer befinden sich durch die der Demütigung der Bayern und ihrer dritten Niederlage in Folge punktlos auf dem letzten Rang. Bezeichnend für die Situation des VfL aus dem Revier war das Urteil ihres Stürmers Simon Zoller nach der historischen Schlappe an der Castroper Straße. Der Aufsteiger aus 2021 wäre aus seiner Sicht mit der gezeigten Leistung “heute nicht nur gegen Bayern nicht konkurrenzfähig gewesen. Das war nicht das, wofür der VfL Bochum stehen sollte”, wird der Profi nach einer Meldung von „Sport 1“ zitiert. 

Dortmund

Das 2:3 des BVB in der Schlussphase gegen Werder wirkte auf seine treuen Fans und die aus Lippstadt ins vormalige Westfalenstadion gekommenen „Optimisten“ wie eine kalte Dusche. Wer sechs Minuten vor dem Abpfiff mit 2:0 führt, muss einen schon sicheren Dreier einsacken. Dazu passend waren die Worte des Coachs der Schwarz-Gelben, Edin Terzic, im „Sky“-Interview: „Man muss ganz ehrlich sagen, dass es eine verdiente Niederlage war. Wir haben kein gutes Spiel gemacht, es war eine sehr schwache Leistung von uns.“ Dieser Rückschlag für die Borussia wirft etliche Fragen auf, die von den Verantwortlichen in Dortmund schnell beantwortet werden müssen. Was kann der aus Köln geholte Antony Modeste für das Angriffsspiel des Vizemeisters bewirken? Während seine Rolle in Freiburg noch mit guten Ansätzen verbunden war, blieb der Franzose im Match mit Bremen äußerst matt. Trotz der BVB-Siege zum Auftakt (1:0 im Treffen mit Leverkusen und 3:1 in Freiburg) konnten auch die Darbietungen gegen die Werksauswahl und im Breisgau nicht begeistern.  

Mönchengladbach

Beständiger erscheint in der noch jungen 60. Auflage der Bundesliga die Borussia aus Mönchengladbach. Überraschend erfolgreich ist der ehemalige Spieler und Betreuer des SV Lippstadt 08, Daniel Farke, als Nachfolger des glücklosen Adi Hütter gestartet. Mit ihm an der Seitenlinie konnten die Niederrheiner auch ihr zweites Heimspiel gewinnen, obwohl seine Auswahl beim 1:0 gegen Hertha BSC einen Handelfer nicht verwandeln konnte. Auffallend war, dass der im benachbarten Büren-Steinhausen geborene heutige Sportlehrer beim dritten Bundesliga-Auftritt der Gladbacher in dieser Saison die gleiche Startelf nominierte. Eine Kontinuität, die zuvor beim fünffachen Meister der 1970er Jahre lange vermisst wurde.

Schalke

Ansehnlich war es nicht, was die Königsblauen am Mittellandkanal offenbarten. Dank einer beharrlichen Abwehrhaltung rettete der Oberhaus-Rückkehrer beim vernehmlich tonangebenden VfL Wolfsburg ein 0:0. Enttäuschend war für die Anhängerschaft der Knappen – auch für die Gemeinden in Lippstadt („Graf Bernhard“) und Wadersloh („Füchse“) – das zweimalige Versagen von Simon Terodde vom Punkt, womit ein möglicher Sieg des Aufsteigers ausblieb. Ein Missgeschick, mit dem der jetzige Gelsenkirchener im Mai 2016 in der zweiten Liga für Bochum gegen Braunschweig ebenso in Erscheinung getreten ist. Den Mann mit der Nummer 9 hat offenbar ein altes Problem eingeholt. Viermal ist er im Unterhaus Torschützenkönig und dreimal Zweiligameister – VfB Stuttgart (2017), 1. FC Köln(2020)und im Mai 2022 mit dem FC Schalke 04 – geworden. Die Bundesliga ist für den inzwischen 34-jährigen Goalgetter augenscheinlich eine Spielklasse zu hoch.