Dortmund mit Kampfeswillen

Veröffentlicht am 

 von 

 in 

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Noch führen München und Dortmund mit je sechs Zählern gemeinsam die Tabelle an. Aber das Torverhältnis von 8:1 für die Bayern und 4:1 zugunsten der Borussia zeigt schon nach zwei Runden den Unterschied zwischen den potentiellen Titelanwärtern aus Süddeutschland und dem Revier auf. Mit zwei Schlappen (0:1 in Dortmund und 1:2 vor heimischer Kulisse im Treffen mit Augsburg) haben die vor dem Saison-Auftakt ebenso favorisierten Leverkusener einen klassischen Fehlstart hingelegt. Nicht viel besser ist es Leipzig mit zwei dürftigen Unentschieden (1:1 in Stuttgart und 2:2 im eigenen Stadion gegen Köln) im Wettbewerb um die Meisterschaft in 2023 ergangen.

Erlebt bei Borussia Dortmund wieder Kampfeswillen: 
Das befindet der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner Kolumne nach dem zweiten Spieltag in der 60. Auflage der Bundesliga.

München

Mit einer großen Portion an Wünschen hatte im Sommer des Jahres 2018 der Sportlehrer Niko Kovac beim Branchenführer seine Tätigkeit aufgenommen. Aber seine Zeit an der Säbener Straße war bereits im November 2019 beendet, obwohl er im Mai 2019 mit den Bayern das Double (Meister und Pokalsieger) geholt hatte. Auch bei seiner Rückkehr in München am vergangenen Sonntag mit dem VfL Wolfsburg konnte er an der Isar keinen Erfolg landen. Es war zwar ein verdienter Sieg des Serienmeisters, der aber für die hohen Ambitionen des erfolgsverwöhnten Titelverteidigers mit dem 2:0 recht überschaubar ausfiel.

Dortmund

In zwei Bundesliga-Begegnungen mit ihrem wieder reaktivierten Coach Edin Terzic sackten die Schwarz-Gelben zweimal einen Dreier ein. Von einer Glanzleistung wollte nach dem Match in Freiburg im Umfeld der Borussia kaum jemand sprechen. Es war die starke Schlussphase des Vizemeisters, mit der er im Breisgau ein 0:1 nach 76 Minuten noch in 3:1 umwandelte. Während in den letzten Jahren mit den Betreuern Lucien Favre und Marco Rose wiederholt die fehlende Mentalität des BVB ein Reizthema war, betonte die Borussia an der Dreisam ihren augenfälligen Kampfeswillen. Eine Eigenschaft, die in den vorgehenden Spielzeiten von ihren Fans – auch bei den „Optimisten“ – häufig vermisst wurde.

Schalke

Nach dem unerfreulichen 1:3-Auftakt in Köln konnten die Knappen mit dem 2:2 in der Heimpartie gegen die Mönche ihren ersten Punkt nach ihrer Rückkehr ins Oberhaus ergattern. Es bedurfte aber eines Elfers in der Nachspielzeit, um die zweite Pleite der Schalker zum Start in die 60. Auflage der Bundesliga abzuwehren. Die treuen Freunde der Königsblauen – wie in den Zirkeln in Lippstadt („Graf Bernhard“) und Wadersloh („Füchse“) – dürften sich über diesen glücklichen Ausgang gefreut haben. Ärgerlich war er jedoch für die vom ehemaligen Lippstädter Spieler und Trainer, Daniel Farke, begleiteten Gladbacher, die schon wie die Gewinner in der Arena auf dem Berger Feld in Gelsenkirchen-Erle aussahen.

Bochum

Offensichtlich scheint sich auch für Bochum die These vom schweren zweiten Jahr nach dem Aufstieg zu bestätigen. Mit zwei Niederlagen (1:2 im Ruhrstadion gegen Mainz und 2:3 in Hoffenheim) liegt der VfL derzeit gemeinsam mit Leverkusen auf dem letzten Rang.  Manche skeptische Beobachter sehen schon einen Vergleich mit den Bielefeldern, die im Mai zwei Jahre nach ihrem Comeback in der Beletage des deutschen Fußballs wieder den Weg ins Unterhaus antreten mussten. Gewiss sind noch 32 Partien zu bestreiten. Ausgerechnet in dieser schwierigen Situation erwarten nun die Bochumer an diesem Sonntag den überzeugend in die 60. Bundesligaauflage gestarteten Spitzenreiter von der Isar an der Castroper Straße. Absolut kein Aufbaugegner für das Team von Thomas Reis.