Schalker Prestigesieg

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Das Derby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund ist traditionell ein Spiel, das für die Fans des westfälischen Fußballs von besonderer Bedeutung ist. Nicht selten beeinflusst ein Sieg oder eine Niederlage für einen längeren Zeitraum die Stimmung der leidenschaftlichen Anhänger der beiden Erzrivalen aus dem Ruhrgebiet.

Erschreckend waren die Abwehrschwächen von Borussia Dortmund:Der Bundesligakommentar des Chronisten der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, zum Derbysieg des FC Schalke 04.

Dortmund

So dürfte dies auch nach dem jüngsten Duell der Königsblauen und Schwarzgelben sein, wo die Gelsenkirchener durch ihre frühen Tore mit 2:1 die Partie für sich entschieden und die Dortmunder in eine Krise stürzten. Drei aufeinanderfolgende sieglose Begegnungen in der Bundesliga werden für die von Jürgen Klopp trainierten Männer ihre Wirkung zeigen, zumal der Favorit aus München mit dem Sieg in Köln (2:0) seinen Vorsprung gegenüber dem Herausforderer aus Dortmund nach sechs Spieltagen schon auf sieben Punkte ausbauen konnte. Speziell in der Abwehr hat der BVB 09 auf dem Berger Feld von Erle erhebliche Mängel offenbart. Regelrecht bedient von der Vorstellung ihres Vereins waren auch jene Lippstädter „Optimisten“, die das Match im Fernsehen verfolgt hatten und wenige Tage zuvor nach ihrer Bustour ins frühere Westfalenstadion, wo Borussia Dortmund unterhalb der Woche gegen den VfB Stuttgart nur ein mattes 2:2 gelang, ernüchtert zurückgekehrt waren.

Schalke

Vom Gelsenkirchener Übungsleiter Jens Keller ist mit dem Prestigesieg des FCS 04 vorerst der immense Druck, dem er sich durch das nervöse Umfeld am Schalker Markt ausgesetzt sieht, gewichen. Überdies befinden sich die Blauen mit dem zweiten Sieg in Folge endgültig in der Spur und haben mit dem Dreier im Revier-Klassiker ihre beste Leistung in der aktuellen Saison abgeliefert. Besonders entzückt vom Erfolg über den ungeliebten Konkurrenten dürften die vielen Fans des Vorortvereins in der Region und bei den Wadersloher „Füchsen“ gewesen sein, da Gelsenkirchen nun nach langer Zeit den Nachbarn in der Tabelle überrundet hat. Doch bei nur einem Punkt, den die Knappen jetzt mehr auf dem Konto haben, kann sich dieses Bild schon am siebten Spieltag wieder wenden, wenn die Dortmunder die Hamburger zu Gast und die Schalker in Hoffenheim anzutreten haben.

Paderborn

Für den Aufsteiger aus dem nahen Paderborn war wohl die Klatsche von 0:4 in München zu nachhaltig, was ihre im Heimspiel gegen Mönchengladbach erlittene zweite Niederlage (1:2) offenbarte. Auffallend bei den Domstädtern waren ihre Schwächen in der Defensive, die während des ganzen Spiels an der Alme auftraten. Der bevorstehende Auftritt bei der Leverkusener Werkself dürfte somit für die Paderstädter kein einfaches Unterfangen werden.

Köln

Auch für Köln, den zweiten Aufsteiger, war München eine Nummer zu groß. Der Titelverteidiger siegte mit 2:0 am Rhein und festigte seine führende Position in der Tabelle. Dagegen werden sich Geißböcke damit abzufinden haben, sich im unteren Drittel zu behaupten, wenn sie nicht vom Abstiegssog erfasst werden wollen. Mehr werden auch wohl die kühnsten Freunde des Effzeh beim Start in die Spielzeit 2014/15 nicht erwartet haben.

Hamburg

Mit dem 2:1 von Eintracht Frankfurt beim Hamburger SV hat sich die Dauerkrise der Rothosen verschärft. Während die vom ehemaligen Werder-Coach Thomas Schaaf betreuten Hessen auf den siebten Platz vorrückten, verharren die Hanseaten mit mageren zwei Punkten und einem schlappen Treffer bei acht Gegentoren auf dem letzten Rang. Bislang ist auch der jüngste Wechsel auf dem HSV-Trainerstuhl (diesmal von Mirko Slomka zu Josef Zinnbauer) ohne die ersehnte Wirkung geblieben, was die Bilanz des aktuellen Übungsleiters der Rautenträger mit lediglich einem Punkt aus drei Spielen sichtbar belegt.