Enttäuschende Dortmunder

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Durch den außergewöhnlichen Lauf des FC Bayern München mit seinen beachtlichen 91 Punkten von möglichen 102 Zählern war die Meisterschaft 2013 schon recht früh zugunsten des Branchenführers von der Isar entschieden. Die sprichwörtliche Langeweile bei der Titelvergabe in der 50. Bundesligaspielzeit wurde jedoch durch die im Abstiegskampf bis zum Saisonfinale andauernde Spannung vollends ausgeglichen.

Erlebte eine enttäuschende Dortmunder Borussia gegen die Hoffenhemier TSG 1899:Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba, der das Match des BVB 09 im letzten Spiel in der Bundesligasaison 2012/13 analysiert.

Düsseldorf

Der Verlierer des Dreikampfs zwischen Augsburg, Hoffenheim und Düsseldorf war das Team aus der nordrhein-westfälischen Metropole, das beim 0:3 in Hannover bereits im 12. Spiel sieglos blieb. Damit müssen die Rheinländer, die nach dem skandalösen Relegationsmatch gegen Hertha BSC Berlin am 15. Mai 2012 (2:2) und 15-jähriger Pause zum fünften Mal in die Bundesliga aufgestiegen waren, nun schon wieder das Oberhaus verlassen. Die Ursache des Scheiterns der Fortuna liegt in ihrer schwachen Rückrunde, wo sie nur neun Punkte holte, während es bis zur Winterpause 21 Zähler waren. Besonders bitter ist für sie der Umstand, 33 Spieltage nicht auf einen Abstiegsrang gestanden zu haben und ausgerechnet zum Saisonausklang dort zu landen. Mit dem Abgang des Traditionsclubs vom Rhein wird ab August mit Dortmund, Gelsenkirchen, Leverkusen und Mönchengladbach das bevölkerungsreichste Bundesland nur noch mit vier Vereinen in der Beletage des deutschen Fußballs vertreten sein, da auch die im Vorjahr abgestiegenen Kölner weder die direkte Rückkehr noch die Relegation schafften.

Dortmund

Profitiert vom Niedergang der Düsseldorfer haben die Hoffenheimer, die vor ihrem Spiel in Dortmund schon mehr oder weniger abgestiegen waren und sich durch das sensationelle 2:1 im ehemaligen Westfalenstadion noch auf den Relegationsplatz rangeln konnten. Angekratzt von der überraschenden Niederlage ihrer Borussia waren die Anhänger der Schwarzgelben in der Region und mit ihnen auch jene Lippstädter „Optimisten“, die mit ihrem Vorsitzenden Bernhard Scholl in den Dortmunder Fußballtempel gepilgert waren. Sie erlebten einen BVB, der seine Generalprobe für das Finale um die Champions League in London klar vergeigte.

München
Auch dem Endspielgegner der Dortmunder, dem FC Bayern München, gelang bei seinem letzten Auftritt in der jetzt zu Ende gegangenen Bundesligarunde keine überzeugende Leistung. Unglaubliche Fehler bestimmten in Mönchengladbach das Spiel des Meisters, wodurch er schon nach zehn Minuten drei Tore hinnehmen musste. Dies hatten die Münchener schon lange nicht mehr erlebt. Dort, wo der scheidende Coach des FCB, Jupp Heynckes, seine fabelhafte Laufbahn als Spieler und Trainer startete, zeigten die Bayern erstaunliche Schwächen. Doch zum Schluss waren sie es, die noch das Ruder umwarfen und das Match mit 4:3 beendeten. Für die Ansprüche der Gladbacher ist der achte Rang, gegenüber dem vierten im Vorjahr, eine bescheidene Ausbeute.

Gelsenkirchen

Unter dem Strich zählt bekanntlich nur das Resultat. Wie es zustande gekommen ist, spielt nach dem Schlusspfiff keine Rolle mehr. So auch bei den Gelsenkirchenern. Das 2:1 der Knappen in Freiburg verschafft ihnen zur großen Freude ihrer großen Fangemeinde in Deutschland und bei den Wadersloher „Füchsen“ die Qualifikationsspiele für die Champions League. Am Ende einer wechselhaften, zwischenzeitlich dramatisch schwachen Saison hat sich der Verein aus dem Ruhrpott auf den vierten Platz retten können. Die Erleichterung über das halbwegs versöhnliche Finish muss beim Sportvorstand der Königsblauen, Horst Heldt, groß gewesen sein. Ein Scheitern des für die Finanzen des Vorstadtvereins so wichtigen Saisonziels wäre auch der riskanten Personalpolitik des Managers am Schalker Markt angerechnet worden.