Ausgabe 3/2009

Einwurf

Jürgen Klopp – das Gesicht der Borussia

Anmerkungen zur neuen Begeisterung beim BVB

Was Jürgen Klinsmann in der Isar-Metropole erreichen wollte, jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser zu machen und auf den nächsten Level zu heben, ist ausgeblieben. Nach der Demütigung der Bayern in der Champions-League und der Vorführung im DFB-Pokal war für den ehemaligen Bundestrainer in München das Spiel vorzeitig beendet. Völlig anders ist die Lage von Jürgen Klopp in Dortmund, wo der Sportlehrer der Star ist. Es ist erstaunlich, wie der frühere Mainzer seit seinem Wechsel in das Ruhrgebiet zum Gesicht der Borussia geworden ist. Das Versprechen des Jürgen K(linsmann) in München hat ebenso der Jürgen K(lopp) in Dortmund zur Verpflichtung erhoben. Doch im Gegensatz zum gescheiterten Übungsleiter des FCB konnte der erfolgreiche Betreuer des BVB diesen Anspruch auch einlösen.

Kultfigur bei den Schwarzgelben.Der erfolgreiche BVB-Trainer Jürgen Klopp umrahmt vom Chef-Optimisten Bernhard Scholl und dem Lippstädter Bundesligakommentator Hans Zaremba.

Kultfigur

Seit dem Sommer des Vorjahres trainiert der 41-Jährige, der Motivator, der sprachgewandte Interviewpartner, ehemalige TV-Moderator und Ur-Mainzer den Traditionsclub Borussia Dortmund. Jürgen Klopp ist inzwischen bei den Schwarzgelben die neue Kultfigur, mit der sich ein großer Teil der Leute von der Südtribüne identifiziert. Da war es auch folgerichtig, seinen Vertrag mit dem BVB vorzeitig bis in den Sommer 2012 zu verlängern.

Leistungsfähigkeit

Die Statistik weist zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe und nach 31 Spieltagen die Borussia mit 14 Siegen, 13 Unentschieden und nur vier Niederlagen zur merkwürdigsten Mannschaft im deutschen Fußballoberhaus aus. Doch dahinter lauert eine Leistungsfähigkeit, die den Konkurrenten in der Liga indessen beträchtliche Sorgen bereitet. Jürgen Klopp hat das Können etlicher Spieler von Borussia Dortmund erheblich verbessert. Die Kicker, die unter ihm deutlich an Stabilität gewonnen haben, reichen von Patrick Owomoyela über Nelson Valdez, Roman Weidenfeller, Neven Subotic und Felipe Santana bis zu Nuri Sahin. Bei den selbstherrlichen Münchener Bayern dürften sich einige mächtig ärgern, ihren Kadar im Juli einem anderen Jürgen K. überlassen zu haben.

Hans Zaremba