Hoffenheim wieder vorn

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Der Dorfverein aus der Nähe von Heidelberg bleibt die große Bereicherung im Fußball-Oberhaus. Durch den Sieg in Köln (3:1) und die überraschende Schlappe von Leverkusen in Bielefeld (1:2) ist Hoffenheim wieder Erster. Es war ein anschauliches Duell der Aufsteiger, bei dem sich aber der Coach der Domstädter, Christoph Daum, durch seine Verbalattacken in der Pressekonferenz als ein schlechter Verlierer zeigte. Die baden-württembergische TSG-Mannschaft hat jetzt gegen die ostwestfälische Arminia-Equipe die Möglichkeit, einen weiteren Dreier auf dem Weg zur inoffiziellen Herbstmeisterschaft einzufahren. Ein Garant der Erfolgsstory der mit drei Punkten führenden Kicker aus dem deutschen Südwesten ist deren aus Bosnien-Herzegowina stammender Stürmer Vedad Ibisevic. Die Ausbeute von 16 Toren in 14 Spielen ist ein imposanter Beweis für die Extraklasse des Mannes vom Balkan und erinnert an die legendären Zeiten von Gerd Müller in der Bundesliga.

Sieht Hoffenheim auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft.Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba, der die Perspektiven des Neulings anlysiert.

München

Dagegen ist die Pleite der Farbenstädter auf der Bielefelder Alm ein herber Rückschlag für die ambitionierten Pläne des ehemaligen Arminen-Spielers und heutigen Bayer-Trainers Bruno Labbadia. Der erstaunlich gut in Leverkusen gestartete Übungsleiter muss nun die Chance im Treffen mit den Münchenern in der eigenen Arena nutzen, wenn seine Werkself noch ein Wort bei der Vergabe des Halbzeit-Titels mitreden will. Dies gilt auch für den vom Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann betreutem Branchenführer. Der Club aus der Isar-Metropole kommt mit der Empfehlung eines 4:1 über das Schlusslicht aus Cottbus. Dabei hätte der Triumph des aktuellen Meisters noch höher ausfallen können, wenn sein Torjäger Luca Toni seine Gelegenheiten konsequenter genutzt hätte. Aussichten hatte er dafür in einer Zahl, für die er sonst drei Spiele benötigt. Die von den Bayern abgefertigten Lausitzer werden große Mühe haben, in einem halben Jahr nicht zu den Absteigern zu zählen.

Dortmund

Es war zwar nur eine Partie mit einem durchschnittlichen Niveau, die von Karlsruhe und Dortmund geboten wurde. Doch die cleveren Westfalen sicherten sich bei den Badern mit einer abgeklärten Vorstellung drei Zähler und den vierten Auswärtssieg. Der im Juli im Ruhrpott angeheuerte Sportwissenschaftler Jürgen Klopp bleibt der Gewährsmann der neuen schwarzgelben Stärke. Seine vielen Fans in der Region und von den Lippstädter Optimisten sind mit seiner Arbeit sichtlich zufrieden. Dortmund hat nach 14 Spielrunden schon neun Punkte mehr wie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Da wird dem BVB auch nicht Bange, wenn Wolfsburg mit einem beeindruckenden 4:1 über Stuttgart zum Sonntagskick in das ehemalige Westfalenstadion kommt. Der Fußballtempel an der Dortmunder Strobelallee dürfte sicherlich einmal mehr ausverkauft sein, was wohl zu einer zusätzlichen Stärkung der Psyche der Borussia beitragen wird. Die gegen die Dortmunder unterlegenden Karlsruher rangieren nach der Heimpleite auf einem Abstiegsplatz.

Gelsenkirchen

Mit einer engagierten Leistung und 3:1 haben sich die Königsblauen aus Gelsenkirchen im Match mit den Mönchen aus Gladbach zurückgemeldet, worüber sich nicht nur die Anhänger von den Wadersloher Füchsen gefreut haben. Die Knappen, die dem verstorbenen Mannschaftsbetreuer Charly Neumann mit einer Schweigeminute und Trikots mit dessen Vornamen die letzte Ehre erwiesen, bleiben aber in der Tabelle hinter den Erzrivalen aus Dortmund. Sie haben zu ihrem nächsten Spiel und im sonntäglichen Fernduell mit dem BVB bei dem in die Krise geratenen VfB aus Stuttgart aufzulaufen. Der kommende Gegner der Crew vom Schalker Markt liegt nach seiner Klatsche in Wolfsburg derzeit mit 18 Zählern auf dem elften Rang und hat als Folge der gegenwärtigen Misere seinen Meistertrainer von 2007, Armin Veh, den Stuhl vor die Tür gesetzt. Die von Schalke besiegten Gladbacher sind mit ihrem 15. Platz einmal mehr in arge Nöte geraten.