Außergewöhnliche Sturmschwäche des BVB

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Bei der Fülle unserer Torchancen hätten wir eigentlich deutlicher gewinnen müssen. Auf diesen kurzen Nenner brachte der Lippstädter Oberborusse Bernhard Scholl den knappen, aber verdienten 2:1 Erfolg im eigenen Stadion über den 1. FC Kaiserslautern. Dass der Vorsitzende der heimischen BVB-Freunde, OPTIMISTEN, mit seiner Einschätzung des Spiels im Westfalenrund, wozu auch diesmal Fans aus Lippstadt und dem benachbarten Mantinghausen nach Dortmund gekommen waren, vollkommen richtig lag, belegte eine Auswertung der vielen Möglichkeiten der Dortmunder. Es waren 37 an der Zahl, doch lediglich zwei Treffer standen am Ende zu Buche. Ein erneuter Beweis für die momentane und schon außergewöhnliche Sturmschwäche der Schwarzgelben.

Unerwartet wieder im Wettbewerb um den Uefa-Cup

Verblüfft ist der Beobachter, dass die Borussen mit ihrem achten Tabellenplatz und 34 Punkten unerwartet wieder um die Plätze im kommenden Uefa-Cup mitspielen. Durch die zum Teil überraschenden Ergebnisse der Mitbewerber für den internationalen Wettbewerb (mit der Heimniederlage von Leverkusen gegen Mainz und dem Remis zwischen Gladbach und Stuttgart) ist es in diesem Bereich der Tabelle plötzlich wieder spannend geworden. Allerdings müssen die Dortmunder am nächsten Spieltag in Hamburg schon gewinnen, wenn sie ihre letzten Chancen wahren wollen, um in der neuen Saison doch noch im Europapokal antreten zu können.

Plötzlich auch wieder Spannung an der Spitze

War vor Wochen der Meisterschaftszug mehr oder weniger abgefahren, so ist nach dem Sieg des Hamburger Sportvereins im Nordderby bei den Wolfsburgern auch an der Tabellenspitze die bereits am vorletzten Spieltag aufgekommene leichte Spannung erhalten geblieben. Da aber auch die Bayern aus München am Sonntag mit einem 3:0 über die Blauen aus Gelsenkirchen erfolgreich blieben, konnten sie ihren Abstand von sechs Punkten vor den HSV halten. Es erscheint mehr als zweifelhaft, dass der Rekordmeister seinen eigentlich schon vor Wochen sicher geglaubten Erfolg noch verspielt. Dafür hatten sie in der Vergangenheit zu oft den sprichwörtlichen Dusel, zumal weder die Hamburger – trotz ihrer beiden Siege in dieser Saison über die Münchener – noch andere Verfolger die Kontinuität gezeigt haben, über die sie als ernsthafte Herausforderer der Bayern verfügen sollten.

Auch die Duisburger stehen vor den Abstieg

Für die Kölner hat sich die Zukunft in der ersten Bundesliga (bei mageren 18 Punkten) schon vor einigen Spieltagen erledigt. Die Abwehr der Geißböcke, die in den bislang 26 Spielen schon 57 Gegentore zulassen musste, war und ist zu schwach, um den erneuten Abgang des Meisters aus dem Gründungsjahr der Bundesliga noch zu verhindern. Ähnlich ist auch die Situation der Duisburger, die im ersten Meisterjahr der Domstädter (1963/64) Zweiter in der Bundesliga wurden. Mit lediglich 21 Punkten und 48 Toren auf der Minusseite sind die Zebras weiterhin Tabellenvorletzter. Nach ihren beiden Schlappen in Folge (in Hamburg und Dortmund) sind auch die Lauterer nach einem Zwischenhoch wieder auf einem Abstiegsrang angelangt. Der Abstand zum rettenden 14. Platz beträgt bereits drei Zähler. Bei nur noch acht Begegnungen in dieser Spielzeit wird es für die Pfälzer langsam eng. Sollten es die roten Teufel vom Betzenberg dennoch den Ligaerhalt schaffen, dann werden sich wohl die Wölfe aus der Volkswagenstadt auf den Gang in das Unterhaus einzurichten haben. Die 27 Punkte und das Torverhältnis von 25:41 sind für die Wolfsburger nicht gerade ein Garant, auch ab August erstklassig zu bleiben.