München patzt, Dortmund punktet

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Bayern München hat bei seiner Jagd auf Borussia Dortmund einen beißenden Dämpfer erhalten. Die Equipe von Trainer Niko Kovac verpasste mit dem 1:3 (1:0) in Leverkusen den achten Sieg in Folge und verlor auf den Spitzenreiter erneut an Boden. Überdies steht der erfolgsverwöhnte Branchenführer am 20. Spieltag durch das 2:0 von Borussia Mönchengladbach bei Schalke 04 nur noch auf dem dritten Rang.

Verspürt Unruhe am Schalker Markt: Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba, der sich auch mit der Situation beim Bundesligisten in Gelsenkirchen befasst.

München

Speziell mit der Leistung seiner Abwehr zeigte sich der Münchener Coach enttäuscht: ‚Du kannst nicht den Anspruch haben, drei zu kassieren und dann noch zu gewinnen. Jeder weiß, dass die Meisterschaften hinten entschieden werden. Vorne werden nur die Spiele gewonnen.“ Es wird nun für den Titelverteidiger schwer, angesichts der momentanen Stärke des BVB in der aktuellen Saison noch einmal an den Herausforderer heranzukommen. Das dürfte nach dem Schlusspfiff in Leverkusen auch dem Führungsduo Ulrich Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge nicht entgangen zu sein, als sie schlecht gelaunt das Stadion verließen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass ihr Club während der Winterpause auf dem Transfermarkt nicht erfolgreich war und somit die gewünschten Verstärkungen für das in die Jahre gekommene Bayern-Team ausgeblieben sind. Ob die Bosse an der Säbener Straße in München gut beraten waren, in dieser schwierigen Situation den erst vor Jahresfrist aus Hoffenheim als Ergänzungsspieler geholten Sandro Wagner wieder gehen zu lassen, wird spätestens ein Thema, wenn die gesetzte Sturmspitze Robert Lewandowski ausfallen sollte.

Dortmund

Vom Patzer des Titelverteidigers profitierten die Dortmunder bei ihrem Auftritt in Frankfurt, obwohl sie über ein 1:1 nicht hinauskamen. Dennoch konnten sie zur Freude ihrer Fans in der Region und bei den Lippstädter „Optimisten“ ihren Vorsprung leicht ausbauen. Nach der tollen ersten Halbzeit des Tabellenführers am Main war für ihn womöglich noch mehr drin. Marco Reus, der sich augenblicklich auf dem Zenit seines Könnens befindet, hätte bei einer besseren Auswertung seiner Chancen das Match gegen die Eintracht entscheiden können.

Mönchengladbach

Lange rannte Mönchengladbach auf dem Berger Feld in Gelsenkirchen vergeblich gegen die Knappen an, auch in Überzahl fand die vom einstigen Lippstädter Jugendfußballer Dieter Hecking formierte Crew keine Lücke. Dann bringen Dusel und Glück dem VfL noch ein 2:0. Damit sind die Niederrheiner jetzt der direkte Verfolger des Namensvetters aus Dortmund. Doch der Torschütze zum vorentscheidenden 1:0 der Gladbacher, Christoph Kramer, blieb im TV-Interview nach dem Spiel zurückhaltend: ‚Wir sehen uns nicht als Dortmund-Jäger. Bayern und Dortmund sind ein Stück weit über uns. Natürlich sieht es gut aus, was das internationale Geschäft oder sogar die Champions League angeht, aber es macht keinen Sinn, nach 20 Spieltagen darüber zu sprechen. Wir müssen uns alles weiter hart erarbeiten.“

Gelsenkirchen

Durch die abermalige Heimschlappe bleiben die Westfalen zum Verdruss ihrer Anhänger in Lippstadt („Graf Bernhard“) und Wadersloh („Füchse“) im Niemandsland der Tabelle hängen. Sie werden sich damit abfinden müssen, immer mehr zur grauen Liga-Maus zu verkommen. Für die Zukunft von Übungsleiter Domenico Tedesco und Sportvorstand Christian Heidel am stets unruhigen Schalker Markt keine guten Perspektiven. Dem Sportlehrer der Knappen fehlt auf dem Spielfeld ein unmittelbarer Ansprechpartner. Noch heute rügen viele wohlmeinende Begleiter des vorjährigen Vizemeisters die im Sommer 2017 vollzogene Trennung vom damaligen Kapitän Benedikt Höwedes. Auch die vor wenigen Wochen erfolgte Verbannung seines Nachfolgers und Torhüters Ralf Fährmann auf die Ersatzbank wird für die interne Struktur des Kaders in Gelsenkirchen mit großen Misstrauen gesehen. Gleichfalls die vom Manager zu verantwortende Transferpolitik. Es rumort in Gelsenkirchen.