Bremen und Köln droht der Abstieg

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Es war ein schwer erkämpftes 1:0, das München beim Nord-Süd-Gipfel in Hamburg errang. Während der Rekordmeister damit in Punkten mit dem Spitzenreiter aus Dortmund gleichziehen konnte, wird die Lage für die Rothosen fortwährend brenzliger.

Für ihn befinden sich Bremen und Köln in großer Gefahr: Der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, analysiert in seinem Bundesligakommentar die Lage im Tabellenkeller.

Dortmund

Dagegen versäumten es die Borussen, nach einem Vorsprung von 2:0 in Frankfurt einen Dreier einzufahren und ihre bis dato führende Rolle in der Bundesliga zu festigen. Am Ende waren die Freunde der Dortmunder in der Region und bei den Lippstädter „Optimisten“ froh, dass ihr Team nach der Heimschlappe gegen Leipzig und dem bitteren 1:1 von Nikosia in der Champions League nicht vom Main noch mit einer Niederlage zurückkehren musste. Zum Problemfall für die von Peter Bosz betreute Equipe scheint derzeit ihr Keeper Roman Bürkli zu werden, dem in den letzten Wochen auffallend viele Fehler unterlaufen. Die gerade erfolgte Vertragsverlängerung des BVB 09 mit dem Schweizer bis ins Jahr 2021 sollte bei dem Tormann eigentlich eine Leistungsstabilität bewirken. Womöglich wäre ein vorübergehender Personalwechsel im Kasten der Schwarzgelben eine richtigere Maßnahme.

Schalke

Besser läuft es gegenwärtig beim Nachbarn aus Gelsenkirchen. Mit ihrem zweiten Sieg in Folge blicken die Knappen zum Wohlgefallen ihrer großen Gemeinde mit den Filialen in Wadersloh („Füchse“) und Lippstadt („Graf Bernhard“) wieder auf die internationalen Ränge. Dabei genügte dem FC Schalke 04 gegen einen erschreckend schwachen FSV Mainz 05 (2:0) über weite Strecken der Verwaltungsmodus. Was wirklich in den Königsblauen steckt, lässt sich akut noch nicht richtig erfassen. Vielleicht im November beim Derby in Dortmund.

Gladbach

Am neunten Spieltag hat der VfL Borussia Mönchengladbach eine der wohl bittersten Heimpleiten in seiner Historie einstecken müssen. Die vom einstigen Lippstädter Jugendfußballer Dieter Hecking formierten Mönche unterlagen im rheinischen Derby der Werkscrew aus Leverkusen mit 1:5 (1:0). Die Gladbacher verspielten nicht nur den Halbzeitvorsprung, sondern offenbarten neben einer katastrophalen Chancenverwertung nach der Pause auch ein dilettantisches Verhalten ihrer Defensive. Eine böse Niederlage für die Borussen vom Niederrhein, die ihr Manager Max Eberl mit einer derben Wortwahl „Leverkusen hat uns den Arsch aufgerissen“ analysierte. Ein Gefühl, das gewiss auch von einigen Lippstädter Fans des am 1. August 1900 gegründeten Vereins empfunden wurde.

Köln

Weder Köln, 1964 stolzer Meister und Tabellenführer vom Start bis zum Ende im ersten Bundesligajahr, noch Bremen, 1965 Gewinner der Schale, konnten bislang in der aktuellen Saison etwas für ein Verbleiben in der Beletage des deutschen Fußballs über den Mai 2018 hinaus erreichen. Nicht von ungefähr stehen der Effzeh (zwei Punkte) und Werder (fünf Zähler) nach neun Spieltagen auf den Abstiegsrängen. Auch die Ausbeute der erzielten Treffer für die Traditionsvereine vom Rhein und an der Weser ist bisher mit jeweils drei Buden miserabel. So überrascht das torlose Remis aus ihrem direkten Aufeinandertreffen am frühen Sonntagnachmittag nicht besonders. Beiden Clubs droht fraglos die zweite Liga.

Hamburg

Nicht weniger angenehm ist die Lage für die Hanseaten aus Hamburg, die nun mit schlappen sieben Punkten wieder den für sie schon vertrauten Relegationsplatz einnehmen. Obwohl die Hamburger diesmal im Match mit den Bayern nicht eingebrochen sind und nur knapp verloren, werden auch sie, die von einigen Beobachtern vermehrt als die „Unabsteigbaren“ bezeichnet werden, in den kommenden Monaten einen schweren Überlebenskampf zu bestehen haben. Gebannt wird jetzt beim Liga-Dino auf das oft überreizte Umfeld geschaut.