Bundesligakommentar

Neue Spannung im Titelrennen

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Die sportliche Botschaft des zwölften Spieltages nach dem unverhofften Patzer von München in Augsburg und dem Arbeitssieg von Dortmund gegen Stuttgart lautet: Das Titelrennen kann noch spannend werden. Dagegen dürfte mit Blick auf dem Abstieg durch die Klatsche von Fürth beim 0:4 in Mönchengladbach bereits ein Anwärter feststehen. Mit nur einem mauen Zähler und zehn Schlappen im ersten Saison-Drittel haben die Franken kaum noch Chancen, über den Mai hinaus im Oberhaus zu bleiben.

Union hat erneut Hertha überrundet: In seinem Bundesligakommentar schaut der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, auch auf das Berliner Stadtderby.

München

Das 1:2 gegen den FC Augsburg hatte beim FC Bayern München kaum jemand erwartet. Dies offenbarte die schlechte Laune des Übungsleiters des Rekordmeisters, Julian Nagelsmann, nach dem Schlusspfiff in der Fuggerstadt. Es war nicht nur das weiterhin schwelende Impfthema um den in die Kritik geratenen und am Spieltag wiederholt in häuslicher Quarantäne befindlichen Joshua Kimmich, was die Leistung des Titelverteidigers beeinträchtigt hat. Der Betreuer des Branchenführers dürfte sich besonders über die Abwehr seiner Mannschaft geärgert haben. “Wir haben diese Baustelle, die wir schließen müssen. Wir bekommen zu viele Gegentore auf eine total einfache Art”, lamentierte der Sportlehrer.

Dortmund

Es war ein knapper Sieg, den der BVB zum Jubel der Lippstädter „Optimisten“ mit dem späten 2:1 über den VfB Stuttgart einsacken konnte. Während die Schwarz-Gelben damit wieder näher an den Tabellenführer aus München herangedrückt sind, bleiben die Männer vom Neckar in der Abstiegszone hängen und belegen nun den Relegationsplatz. Ob Dortmund, dem Dauermeister von der Isar ohne seinem verletzten Torjäger Erling Haaland in dieser Bundesligazeit dauerhaft Paroli bieten kann, wird man vielleicht nach dem direkten Duell der Borussen und mit den Bayern am Abend vor dem zweiten Adventssonntag wissen.

Bielefeld

Bis zu 60. Minute sah es beim Stand von 2:0 für die Arminia nach einem Dreier für Bielefeld aus. Für die Elf aus der Leineweberstadt war am Ende das 2:2 nach dem ersten Saisonsieg in Stuttgart vor der Länderspielpause gewiss ein Dämpfer. Aufgrund ihrer Leistung können die Schwarz-Blau-Weißen mit einem guten Gefühl auf die nächsten Begegnungen schauen.

Bochum

Obwohl die Bochumer in Leverkusen mehr Torchancen hatten, mussten sie sich durch das frühere Gegentor in der vierten Minute geschlagen geben. Der VfL aus dem Revier bleibt vorerst auf dem zehnten Rang, ihm steht noch ein harter Kampf um den Klassenerhalt bevor.  

Berlin

Während in vielen europäischen Ligen die Stadtderbys (Liverpool, London, Madrid und Mailand) einen besonderen Reiz haben, waren sie in der Bundesliga meist nur ein Intermezzo. Derweil befinden sich mit Hertha und Union nun schon in der dritten Saison zwei Clubs aus der deutschen Metropole in der Beletage des Fußballs. Vor dem ersten Zweikampf in der aktuellen Bundesligarunde hatten die „Eisernen“ aus Köpenick die „Alte Dame“ aus Charlottenburg bereits überrundet. Durch ihr 2:0 an der „Alten Försterei“ konnten die vom Iserlohner Kommunalpolitiker Oliver Ruhnert als Geschäftsführer für den Profifußball begleiteten Kicker aus dem Ostteil der Hauptstadt einmal mehr den vom umstrittenen Investor Lars Windhorst großspurig ausgerufenen „Big-City-Club“ aus dem Westend ausstechen. Union sprang mit dem Schweizer Trainer Urs Fischer auf den fünften Platz, Hertha muss mit dem ungarischen Coach Pal Dardai wieder einmal nach unten blicken.