Starke Zeichen gegen Rassismus

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba
Über den Fußball hinaus begleitete am 30. Spieltag auch in der Bundesliga der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd das Geschehen. Mit ihren Aktionen gegen Rassismus haben viele Akteure aus der Fußball-Beletage am letzten Wochenende starke Zeichen verbreitet. Damit wurden manche der Begegnungen und auch das Match von Bayern München mit dem 4:2 in Leverkusen völlig zu Recht überlagert. Während der Meister mit dem Dreier am Rhein seine tonangebende Rolle in dieser Saison unterstrich, bleibt der Abstiegskampf weiter spannend. Nach dem 0:1 gegen Wolfsburg hat es nun wieder Bremen extrem schwer, im Oberhaus zu bleiben.

Zeichen gegen Rassismus überlagerten das sportliche Geschehen: Der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, findet anerkennende Worte für die Proteste in den Bundesliga-Stadien nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Georg Floyd.
Archiv-Bild: BVB-Fanclub Lippstadt e.V.

Paderborn
Obwohl der SC Paderborn 07 seit Monaten das Schlusslicht der Liga bildet und nach 2015 in diesem Sommer erneut nach nur einem Jahr seinem zweiten Bundesliga-Abstieg entgegen sieht, zeigen die sie weiterhin eine große Moral. Jüngstes Beispiel der Domstädter aus dem Hochstift ist der beim 1:1 in Leipzig geholte Punkt, den sich die Ostwestfalen verdient in der Nachspielzeit bei den Sachsen sicherten. Dass die Schwarz-Blauen ungeachtet ihrer vielen Rückschläge immer wieder mit positiven Auftritten aufwarten, ist auch ein Verdienst des unbeirrten Trainers Steffen Baumgart. Mit ihm sind sie von der dritten Liga bis in die oberste Klasse durchgestartet. Dort haben sie jedoch ihre natürlichen Grenzen erreicht, was nicht sonderlich überraschte. Die Frage vieler Anhänger des SCP 07 ist nun, wie geht es mit dem in Rostock geborenen Coach und dem Verein aus der Stadt an Alme und Pader weiter?

Dortmund
Mit dem 1:0 gegen Hertha konnte Dortmund zum Behagen seiner Fans in der Region und bei den Lippstädter „Optimisten“ seinen zweiten Rang festigen und den Höhenflug der Berliner vorerst bremsen. Zudem wurde der BVB am Wochenende nach Pfingsten vom Remis der Leipziger, der 0:1-Pleite des Namensvetters aus Mönchengladbach in Freiburg und der Abfuhr von Leverkusen gegen München begünstigt. Mit Blick auf die angestrebte Qualifikation für die Champions League 2020/21 können die Dortmunder Bosse zufrieden sein. Missmut hat aber mal wieder eine Friseur-Affäre ausgelöst, als gleich fünf schwarz-gelbe Profis einen in seiner Szene bekannten Barbier ohne Wissen ihres Arbeitgebers und gegen alle Hygieneauflagen zum Termin einluden. Warum Vorstandschef Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc gegen das hochbezahlte Quintett nicht zu deutlichen Maßnahmen gegriffen haben, ist nicht nachzuvollziehen. Speziell Jadon Sancho scheint zur Belastung für den BVB zu werden, da er durch recht eigenwillige Dinge (zu späte Rückkehr von Länderspielen und Bilder mit dem Verzehr eines goldenen Steaks) häufiger seine Disziplinlosigkeiten zeigt. Ein Wechsel ins Ausland, der ohnehin seit Wochen mit dem auffälligen Mann in Verbindung gebracht wird, könnte die beste Lösung des Problems sein. Gleichwohl seiner 17 Tore und 17 Vorlagen bei seinen 28 Einsätzen in dieser Spielzeit. Vorgänge – wie sie der BVB mit Pierre-Emerick Aubameyang (jetzt FC Arsenal London) und Ousmane Dembélé (FC Barcelona) erlebt hat – sollten sich in Dortmund nicht wiederholen.

Schalke
Damit hatte man kaum bei den Knappen gerechnet: Weder bei den treuen Begleitern in Lippstadt („Graf Bernhard“) und in Wadersloh („Füchse“) noch in den sonst gut informierten Zirkeln rund um den Schalker Markt. Der Finanzvorstand Peter Peters, lange mit dem in 2019 verstorbenen Manager Rudi Assauer ein erfolgreiches Team, wird Gelsenkirchen nach 27 Jahren Ende Juni verlassen. Eine Meldung, die wenige Tage vor der Begegnung der Königsblauen bei Union Berlin bekannt wurde. Offensichtlich muss es in der Chefetage des Vorortvereins gewaltig gekracht haben, wenn ein derart anerkannter Funktionär, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der DFL (Deutsche Fußball-Liga) und Vizepräsident des DFB (Deutscher Fußball-Bund) ist, ausscheidet. Mit dem 1:1 in Köpenick konnte der FC Schalke 04 zumindest seit langem mal wieder einen kleinen sportlichen Erfolg für sich verbuchen.