Jürgen Klinsmann gescheitert

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba
Obwohl die Borussia aus Dortmund – trotz ihres neuen Goalgetters Erling Haaland in der Startformation – in Leverkusen keinen Sieg holen konnte, bleibt es wegen des torlosen Topspiels zwischen München und Leipzig an der Spitze weiterhin spannend.

Jürgen Kinsmann erneut in der Bundesliga gescheitert: Der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde in Lippstadt, Hans Zaremba, blickt in seinem Bundesligakommentar diesmal auch auf die Lage bei Hertha BSC.

München

Viel Aufsehen um nichts: Statt der von den Fans erhofften Gala zwischen dem Spitzenreiter und seinem direkten Verfolger mussten sich die 75.000 Zuschauer in Fröttmaning mit einer mageren Nullnummer zwischen Bayern München und RB Leipzig abfinden. Gleichwohl war das Remis für die Sachsen nach drei sieglosen Partien – inklusiv der Pokalpleite in Frankfurt (1:3) – beim Rekordmeister ein Achtungserfolg, während der Titelverteidiger auf dem Weg zur denkbaren achten Meisterschaft in Folge nicht ein handfestes Zeichen anbringen konnte.

Dortmund

Es war attraktives und torreiches Match, das in Leverkusen mit der dortigen Werkself und Borussia Dortmund beim 4:3 zu beobachten war. Aber am Ende gab es für den BVB wieder eine Niederlage, weil die Defensive der von Lucien Favre aufgebotenen Mannschaft nicht ausreichend war. Dieser Mangel wurde in der aktuellen Spielzeit schon häufiger festgestellt, was auch der Sportdirektor der Schwarz-Gelben, Michael Zorc, nach dem Abpfiff mit Blick auf die 32 Gegentore in dieser Bundesliga-Saison eingestand. Die bittere Erkenntnis nach der widrigen Schlappe des Clubs aus dem Ruhrpott am Rhein ist für seine unentwegten Sympathisanten – auch in Lippstadt bei den „Optimisten“ – eindeutig: Wer ein 3:2 noch auf den letzten Metern vergeigt, wird bei der Vergabe der Meisterschaft kaum eingreifen können.

Schalke

Betrüblich war auch für die Fans der Knappen in Lippstadt („Graf Bernhard“) und in Wadersloh („Füchse“) das 1:1 ihrer Schalker im westfälischen Vergleich mit dem SC Paderborn 07. Vier Tage nach dem kräftezehrenden Pokalerfolg gegen Hertha BSC konnte der Verein aus der Gelsenkirchener Vorstadt diesen Schwung gegen den Tabellenletzten aus dem Hochstift nicht mitnehmen. Die mutigen Gäste aus der Domstadt, die über Strecken mehr vom Spiel hatten, verpassten auf dem Berger Feld von Erle einen möglichen Dreier.

Bremen

Nach dem Scheitern des Hamburger SV (2018) und von Hannover 96 (2019) droht mit Werder Bremen wiederum einem Traditionsverein aus dem Norden der Verlust der Bundesliga. Auch die Grün-Weißen von der Weser wurden nach ihrem Rausch im DFB-Pokal (3:2 über Dortmund) in der Bundesliga mit dem 0:2 gegen den 1. FC Union Berlin wieder voll vom grauen Fußball-Alltag erfasst. Die Bremer taumeln nun 40 Jahre nach dem ersten Verlust der Erstklassigkeit stracks ihrem zweiten Gang in das Unterhaus entgegen.

Berlin

Während sich die Köpenicker seit ihrem Aufstieg im Mai 2019 relativ gut in der Liga halten, dürfte der Lokalrivale aus dem Westen der Hauptstadt, Hertha, mit seiner Lage alles andere als zufrieden sein. Weder die vielen Millionen aus der Schatulle eines umstrittenen Investors noch die Verpflichtung von Jürgen Klinsmann als Übungsleiter haben bislang den verlangten Durchbruch bei den Charlottenburgern gebracht. Kraft und ideenlos war ihre Leistung beim 1:3 vor eigener Kulisse gegen Mainz 05, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Da überrascht der am Dienstagmorgen vom einstigen Nationalspieler erklärte Rücktritt als Chefcoach der Hertha-Profis nicht. Bereits bei seinem kurzzeitigem Engagement beim FC Bayern München (Juli 2008 bis April 2009) war der aus Göppingen stammende Fußballlehrer gescheitert. Offenkundig ist der von vielen (vermeintlichen) Experten überbewertete Ex-Bundestrainer kein durchsetzungsfähiger Mann für den harten Bundesliga-Wettbewerb.