Dreier für Dortmund und Schalke

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Tief im Fußballwesten beim FC Schalke 04 startete am vergangenen Wochenende die Bundesliga in den zweiten Durchgang ihrer aktuellen Spielzeit. Mit wohltuenden Dreiern für die Anhänger der westfälischen Vereine aus Dortmund und Gelsenkirchen. Dagegen musste Paderborn am Sonntag wiederum eine bittere Niederlage hinnehmen.

Ist von der bisherigen Leistung von Borussia Dortmund in der aktuellen Spielzeit im Fußballoberhaus nicht überzeugt: Der optimistische Chronist Hans Zaremba blickt in seinem Bundesligakommentar auf den Start der Rückrunde.

Leipzig

Der Tabellenführer aus Leipzig hat zwar gegen Union Berlin glanzlos gespielt, konnte aber mit dem 3:1 und großem Aufwand seinen Vorsprung aus der Hinrunde halten. „Die erste Halbzeit war nix, da haben wir verdient hinten gelegen“, erklärte der Torjäger der Sachsen, Tim Werner, nach dem Match in Köpenick im Bezahlfernsehen. Fraglos haben die Rasenballsportler nach ihrem Rückstand gegen den Aufsteiger eine enorme Tatkraft gezeigt.

München

Von der Weltmarke, die Jürgen Klinsmann mit der von ihm im November übernommenen Hertha setzen will, ist der frühere Bundestrainer noch meilenweit entfernt. Dies hat ihm sein Ex-Verein, der FC Bayern München – bei dem er als Coach (2008-2009) und Spieler (1995-1997) unter Vertrag stand -, mit dem 4:0 im Berliner Olympiastadion schonungslos gezeigt. Während sich damit der Titelverteidiger imponierend im Wettbewerb um die Meistertrophäe zurückgemeldet hat, droht dem Hauptstadtclub der mühevolle Kampf um den Klassenerhalt.

Dortmund

Für die Zuschauer war das torreiche Spiel in Augsburg sicherlich ein Spektakel, für den BVB und die ambitionierten Erwartungen seines Vorstandsvorsitzenden Hans-Joachim Watzke sind fünf Tore bei drei Gegentreffern kein überzeugendes Resultat. Es war der Neuzugang Erling Haaland, der nach seiner Einwechselung in der 56. Minute mit seinen drei Buden zum Behagen der großen Fangemeinde der Schwarz-Gelben mit ihrer Filiale von den „Optimisten“ in Lippstadt diese Partie für Dortmund entschieden hat. Womöglich ist der Wintertransfer des Norwegers von Salzburg ins Revier die erhoffte Verstärkung im Sturm der Borussia. Wer allerdings die Schale gewinnen will, muss aber sein Abwehrverhalten dringend ändern. Eine Aufgabe, die dem Trainer Lucien Favre merklich große Probleme bereitet, was der bisherige Verlauf der 57. Auflage der Bundesliga wiederholt offenbart hat.

Gelsenkirchen

„Das war ein verdienter Sieg für Schalke 04“, lautete das Resümee des Gladbacher Betreuers Marco Rose nach der Niederlage der Mönche auf dem Berger Feld von Erle. Mit dem Übungsleiter David Wagner haben die Knappen zur Freude ihrer Anhänger in Lippstadt („Graf Bernhard“) und in Wadersloh („Füchse“) durchaus die Chance, noch in den spannendsten Meisterkampf seit Jahren einzugreifen. Auch den Blauen ist es gelungen, sich mit Michael Gregoritsch wirkungsvoll zu verstärken. Mit seiner Vorarbeit zur Führung durch Suat Serdar (48. Minute) und seinem eigenen Tor zum 2:0 (58.) hatte der Österreicher in seinem ersten Pflichtspiel für die Gelsenkirchener auf Anhieb einen großen Anteil am Erfolg.

Paderborn

Obwohl die Hausherren aus Domstadt gegen Leverkusen nach dem Seitenwechsel und einem Rückstand von 0:3 noch eine klare Leistungssteigerung boten, mussten sie zum Schlusspfiff mit dem Ausgang von 1:4 erneut eine deutliche Schlappe erdulden. Damit rückt für die Blau-Schwarzen aus dem Hochstift die Rückkehr in die zweite Liga wieder ein Stück näher. Dabei hatten sie am Sonntag vor Weihnachten mit ihrem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt angesichts ihrer nicht einfachen Situation überraschend und zur Begeisterung ihrer treuen Gefolgsleute in der heimischen Region ein zuversichtliches Zeichen gesendet. Kurzum: Für Paderborn ist das Überleben im Fußballoberhaus ein zu schweres Unterfangen.