Was nun Herr Tuchel?

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Während die Bayern in Bremen und Leipzig gegen Hoffenheim jeweils mit 2:1 drei Punkte einfahren konnten, kommen die Dortmunder durch ihr erneutes Remis in Mainz weiterhin nicht recht von der Stelle. Aber auch für Schalke war mal wieder nichts drin.

Fragen an den BVB-Coach Thomas Tuchel: Der Chronist der Lippstädter OPTIMISTEN, Hans Zaremba, blickt in seinem ersten Bundesligakommentar auch auf die schwarzgelben Dissonanzen.

Dortmund

Für die große Fan-Gemeinde der Dortmunder Borussia und somit auch für die Lippstädter „Optimisten“ ist das 1:1 ihrer Schwarzgelben beim FSV Mainz 05 wiederum eine ärgerliche Enttäuschung. Wer über 80 Minuten ein Spiel dominant beherrscht, der muss das Match auch siegreich beenden. Durch das wiederholte Unentschieden verpasste die von Thomas Tuchel an seiner früheren Wirkungsstätte aufgebotene Crew den von ihr angestrebten Sprung auf die dritten Tabellenrang und verlor wertvolle Punkte für die Qualifikation der Champions-League-Runde 2017/18. Überdies werden die Dissonanzen zwischen dem Betreuer auf der einen Seite und dem Vorstandschef Hans-Joachim Watzke mit Sportmanager Michael Zorc am anderen Ende des Tisches von Woche zu Woche deutlicher. Da ist die Frage der Beobachter an den Coach „Was nun Herr Tuchel?“ schon zutreffend.

Gelsenkirchen

Mit dem Abpfiff des bitteren 0:1 der Knappen gegen Frankfurt war auf dem Berger Feld von Erle blanke Wut zu spüren. Es wurde gepfiffen, „Pfui, Pfui“ gerufen und zudem Schmähtiraden ausgestoßen. Heftiger konnte der Frust der Anhänger des Vorortclubs über die Elf von Markus Weinzierl nicht sein. Die Arbeit des im Sommer aus Augsburg ins Revier gewechselten Übungsleiters rückt mehr und mehr in die Kritik. Sauer dürften auch die Wadersloher „Füchse“ über ihre Schalker Kicker gewesen sein. Was wird jetzt der im nahen Rheda-Wiedenbrück ansässige Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies tun? Wie lange wird die im Juli begründete Liaison mit dem aus der Fuggerstadt geholten Trainers noch bestehen?

Hamburg

Nach der Niederlage in Wolfsburg (0:1) kassierte Hamburg auch in Ingolstadt (1:3) eine Abfuhr. Der Auftritt der Hanseaten war von Neuem über weite Strecken schauerlich. Offensichtlich hat der Mann auf der HSV-Bank, Markus Gisdol, mit seinem Team immer noch nicht die Kurve gekriegt. Vieles, was in der Partie gegen die Schanzer bei den Rothosen zu betrachten war, war ein ganz schlimmer Rückfall in alte Zeiten. Sie wollte man eigentlich nach der Inthronisierung des Harsewinkel stammenden neuen Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und des frisch installierten Sportmanagers Jens Todt bewältigt haben.

Mönchengladbach

Dagegen haben die Gladbacher mit ihrem neuen Chef an der Seitenlinie, den ehemaligen Jugendspieler von Borussia Lippstadt, Dieter Hecking, in Leverkusen einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf eingefahren. Ein 0:2 zur Pause noch in ein 3:2 umzudrehen, verdient viel Beifall. Vielleicht ist bald auch wieder an der „Marktdeele“ das Banner der Mönche zu sehen. Für die Werkself vom Rhein und ihrem Begleiter an der Bande, Roger Schmidt, war die Schlappe ein heftiger Rückschlag. Das Saisonziel der Leverkusener bleibt in weiter Ferne.

Köln

Die Hoffnungen von Darmstadt auf ein zweites Bundesligajahr nach dem Wiederaufstieg in 2015 haben durch die Demontage von 1:6 gegen Köln einen gewaltigen Dämpfer erhalten. Im eigenen Stadion derart unterzugehen, lässt nicht viel an Perspektiven für einen Klassenerhalt zu. Torsten Frings als neuer Kopf auf dem Übungsplatz hat einen schweren Weg vor sich. Gewiss dürfte der bekennende der Effzeh-Fan Karl-Heinz Rickmann aus Bad Waldliesborn über den Kantersieg seiner Equipe frohlockt haben. Aber eine Qualifikation für die Europa-League wird den Domstädtern noch viel abverlangen. Nicht immer werden die Gegner so ziellos agieren, wie das die Lilien im Treffen mit den Kölnern offenbart haben.