Bitter für Dortmund und Paderborn

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Die größte Überraschung zum Auftakt der Bundesligarückrunde war der total verkorkste Start des Branchenführers. Lediglich ein Punkt aus zwei Spielen ist für die erfolgsverwöhnten Männer von der Säbener Straße in München einfach zu wenig. Während der FCB noch auf einen großen Vorsprung blicken kann, ist die Ausbeute eines mageren Zählers für den im Abstiegskampf befindlichen ruhmreichen BVB aus seinen Auftritten in Leverkusen (0:0) und gegen Augsburg (0:1)schon beängstigend.

Ein Zähler aus zwei Spielen ist im Abstiegskampf zu wenig:Der Bundesligakommentar des Chronisten der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, der einen kritischen Blick auf die gegenwärtige Lage von Borussia Dortmund wirft.

München

So angefressen, wie sich Arjen Robben nach dem Treffen seiner Bayern mit Schalke gab, hatte man den Niederländer lange nicht mehr erlebt. Voller Groll war er auch einer der wenigen aus dem Münchener Starensemble, die deutlich vernehmbare Kritik am vergeigten Rückrundenbeginn des Titelverteidigers übten. Da kann nur verwundert sein, wenn Coach Pep Guardiola nach dem Schlusspfiff in der Fröttmaniger Arena „sehr, sehr, sehr zufrieden“ gewesen sein will. Die Spiele von München in Wolfsburg und gegen Gelsenkirchen haben die Verwundbarkeit des Spitzenreiters offenbart. Doch bisher profitierte er stets von der Schwäche seiner vermeintlichen Herausforderer und Verfolger, was nach dem fulminanten Sieg der Wölfe über die Bayern von 4:1 deren folgendes 1:1 in Frankfurt mal wieder zeigte.

Gelsenkirchen

Zweifellos haben die Schalker den Bayern ihren Start in den zweiten Durchgang der Spielzeit 2014/15 endgültig vermasselt. Doch bei einer konsequenteren Ausnutzung ihrer Chancen wäre für die Vorstädter mehr drin gewesen, zumal der Gastgeber schon früh auf seinen Abwehrspieler Jerome Boateng nach einer Notbremse verzichten musste und die Elf aus dem Ruhrpott den fälligen Elfer nicht verwandeln konnte. Die Mannschaft von Übungsleiter Robert di Matteo war an der Isar zu stark auf das Verteidigen und ein Remis ausgerichtet. Dennoch war Ausgleich der Königsblauen nach der Führung der Münchener bemerkenswert, die bekanntlich ihren Torjäger Klaas Jan Huntelaar nach seinem vorherigen unsportlichen Verhalten im Match mit Hannover zu ersetzen hatten.

Dortmund

Als der BVB vor der Winterpause abstürzte, war die Treue der Fans – insbesondere die auf der Südtribüne – noch ungebrochen. Doch diese Verbundenheit der Anhänger zu ihrer Borussia hat spätestens nach dem schmerzhaften 0:1 gegen Augsburg einen spürbaren Riss bekommen. Sicherlich war Dankbarkeit für die Erfolge in den Spielzeiten 2010/11, 2011/12 und 2013/14 dabei, wenn die schwarzgelben Fußballer auch nach beißenden Niederlagen in der Hinrunde noch Zuneigung fanden. Ebenso dürfte der Glaube der großen BVB-Gemeinde, auch nach Pleiten vor dem eigenen Publikum dem Team die notwendige Kraft geben zu können, Ausdruck ihrer Gunst gewesen sein. Doch am Mittwoch wurde nicht nur in der Schlussphase geschimpft und gepfiffen, nach dem Abpfiff kochte geradezu die Wut. Bei den Zuschauern hatte sich der Eindruck über die von Jürgen Klopp formierte Crew verfestigt, Abstiegskampf nicht zu können. „In vielen Köpfen scheint die Situation auch noch gar nicht angekommen zu sein“, schilderte der Lippstädter Kreistagsabgeordnete Dr. Nils Duscha seine aus dem ehemaligen Westfalenstadion mitgenommenen Eindrücke von der Darbietung von Dortmund gegen Augsburg und befand: „Die Mannschaft ist blutleer und ohne Esprit aufgetreten“.

Paderborn

Enttäuscht waren auch die vielen Fußballfreunde im benachbarten Paderborn über ihre Schwarzblauen nach den Auftritten in Mainz (0:5) und in der heimischen Arena (0:3 gegen HSV). Womöglich fehlt dem Aufsteiger nach den durchaus vorzeigbaren Präsentationen in der ersten Serie derzeit die Kraft, um sich im Abstiegskampf behaupten zu können. Den Männern aus dem Hochstift stehen schwere Wochen bevor.