Bereit sein für den Knall in die positive Richtung

Eine Aufzeichnung von Felix Ulrich mit einem Foto von Hans Zaremba

Vor dem Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga am Samstag (18.30 Uhr) zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund hat sich die Personalsituation auf Seiten des BVB kaum verändert. Jakub Blaszczykowski, Oliver Kirch und Marcel Schmelzer trainierten am Donnerstag beim “Elf gegen Elf” mit den Amateuren, während der Großteil der Profis regenerierte. Verletzt hat sich hingegen Dong-Won Ji.

In München muss dem BVB der Durchbruch gelingen:Dies forderten beim Monatstreffen der Lippstädter OPTIMISTEN am letzten Oktober-Tag Bernhard Scholl (links) und Theo Zaremba.

Jürgen Klopp und sein Blick auf das Spiel

Auf der Pressekonferenz vor dem Duell bei den Bayern äußerte sich BVB-Trainer Jürgen Klopp über…
…die beeindruckende BVB-Bilanz unter Flutlicht:
“Was soll ich sagen? Vielleicht tut den Jungs der Mittagsschlaf gut? Ich finde die Atmosphäre auch cool. Wir stellen einen Antrag, wir spielen nur noch abends. Ich werde dafür sorgen, dass am Samstag alle einen Mittagsschlaf machen.”

…die Qualität des FC Bayern:
“Pep Guardiola verfügt über einen außergewöhnlichen Kader, das spürt die ganze Fußball-Welt nahezu im Vier-Tagesrhythmus. Aber an einem bestimmten Tag ist jeder Gegner schlagbar. Den Tag festzulegen, ist das Problem bei der Sache. Wir werden alles versuchen – ganz ohne Kampfansagen, die uns gerade nicht zustehen. Aber wir spielen alle lange genug Fußball, um zu wissen, dass am Samstag ein bisschen was geht.”

…die Möglichkeit, aus dem 0:0 der Gladbacher Schlüsse zu ziehen:
“Es gibt Mittel und Wege, Bayerns Spiel nicht komplett leicht wirken zu lassen. Natürlich fließt der Auftritt von Gladbach in unsere Analysen mit ein. Aber lernen können wir davon eher weniger. Bei den Bayern hängen auch dramatisch viele Dinge davon ab, wer spielt. Es ist nicht ganz unerheblich, wo David Alaba spielt. Es ist nicht ganz unwichtig, ob Arjen Robben oder Mario Götze dabei sind. Wir werden uns etwas zurechtlegen, was der Qualität der Bayern entspricht. Wir sind an dem Punkt, wo wir wissen, dass wir Maßnahmen ergreifen können, um das Spiel der Bayern zu erschweren. Wenn uns das gelingt, tut sich eine Tür für uns auf. Wenn wir dann noch hindurchgehen, kann es gut enden. Aber Gladbach ist da kein wirklicher Ratgeber, weil wir eine andere Art und Weise haben, um Fußball zu spielen.”

… die Negativserie in der Bundesliga:
“Es geht im Fußball darum, sich Chancen zu erspielen. Wenn man sie hat, sollte man sie auch nutzen. Das gleiche gilt für die Defensive. Du führst jeden Zweikampf, um Tore zu verhindern. Auch da braucht man bei uns leider viel zu wenige Chancen, um Tore gegen uns zu erzielen. Nicht alles im Fußball muss taktisch blitzsauber sein, daher hat man ja auch die Leidenschaft erfunden. Etwas gut zu machen, heißt noch nicht, es gut genug zu machen. Das, was wir machen, ist keine Katastrophe, aber es muss trotzdem besser gemacht werden, um zu einem Ergebnis zu führen.”

…über den ehemaligen Borussen Robert Lewandowski:
“Robert ist eine Herausforderung, ohne Wenn und Aber. Aber auch ein Lewandoswki muss ins Mannschaftsspiel eingebunden sein. Wenn wir Anspiele auf ihn unterbinden können, wird das unserem Spiel gut tun. Aus eigener Erfahrung wissen wir aber auch, dass er nicht alle Bälle reinschießt. Deshalb wäre es ganz cool, wenn er am Samstag auch so einen Tag hat. Er kann danach ja wieder ‚bomben‘.”

…über das Selbstvertrauen der BVB-Profis:
“Manch einer ist vielleicht überrascht, aber das sind alles normale Menschen. Wir profitieren von positiven Erlebnissen, und wenn etwas nicht positiv läuft, dann denkt man mehr nach. Das ist nicht immer hilfreich. Deshalb ist doof manchmal stabiler. So ist die Situation. In so einer Phase muss man immer bereit sein für den Knall in die positive Richtung. Wir müssen das Glück erzwingen und uns das Selbstvertrauen erarbeiten. Da wieder herauszukommen, geht nicht von selbst.”

…über die aktuelle Personalsituation: “Ein großer Teil des Kaders wird weiter regenerieren. Jakub Blaszykowski, Oliver Kirch und Marcel Schmelzer nehmen am Training der Amateure teil. Sie sind auf einem guten Weg. Die rechte Hand von Marcel ist immer noch geschient, mal schauen, wie das aussieht. Kuba hat keinerlei Beschwerden, aber auch eine lange Pause hinter sich. Bei Oli Kirch müssen wir gucken, inwieweit er zur Verfügung steht. Dong-Won Ji steht uns nicht zur Verfügung. Er hat sich bei der U23 eine Meniskusquetschung und Außenbanddehnung zugezogen und wird uns in den nächsten drei Wochen fehlen.”