Herbstmeisterschaft für den BVB

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Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Was vor der Tour der Westfalen nach Franken für viele Beobachter der Bundesliga mehr oder weniger schon feststand, ist nach dem Patzer von Mainz in Frankfurt (1:2) und mit dem ungefährdeten Sieg von 2:0 der Dortmunder bei den Nürnbergern auch Wirklichkeit geworden. Zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde der Saison 2010/11 ist die Borussia aus Dortmund mit dem eindrucksvollen Vorsprung von zehn Zählern gegenüber ihrem bislang hartnäckigsten Konkurrenten, dem FSV 05 aus Mainz, unangefochten Herbstmeister. Es ist eine bemerkenswerte Serie, die von den von Jürgen Klopp hervorragend eingestellten Kickern seit dem August abgeliefert wurde. Es war bereits der achte Dreier im achten Auswärtsspiel. Über die imposante Zahl von vierzig Punkten hinaus sticht auch das Torverhältnis von 37 zu 9 deutlich hervor. Die vielen Fans des BVB 09 und mit ihnen auch die Lippstädter „Optimisten“ sind geradezu begeistert von der jungen Mannschaft vom Dortmunder Borsigplatz. Nun schauen die Lippstädter Freunde der Schwarzgelben auf die letzte Heimpartie ihrer Elf im ersten Durchgang der aktuellen Spielzeit gegen Werder Bremen. Viele von ihnen und ihr Vorsitzender Bernhard Scholl wollen den Dortmunder Bundesligisten auf der Südtribüne im ehemaligen Westfalenstadion kraftvoll und lautstark unterstützen. Auch für dieses Match sind die von Kapitän Roman Weidenfeller angeführten Borussen der erklärte Favorit. Die Hanseaten von der Weser haben in ihrer augenblicklichen Verfassung und nach dem torlosen Derby gegen Wolfsburg nur eine geringe Chance.

Für ihn ist der Meisterschaftszug für den FC Bayern München in der Saison 2010/11 wohl endgültig abgefahren.Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba, der nach der Erfolgsserie von Borussia Dortmund die gegenwärtige Situation in der Bundesliga analysiert.

Bayern

Für Bayern München dürfte mit dem Erfolg von Borussia Dortmund in der Noris und der eigenen Niederlage beim FC Schalke 04 der Meisterschaftszug wohl endgültig abgefahren sein. Es war für Louis van Gaal geradezu zum Verzweifeln. Seine Männer hatten gegen die Königsblauen ein Dutzend bester Torchancen und spielten ihren Gegner buchstäblich an die Wand. Es war eine brillante Halbzeit, die von den Münchenern in der Gelsenkirchener Halle hingelegt wurde. Bei sechs klaren Möglichkeiten hätten sie zumindest mit einem 2:0 in die Pause gehen und siegen müssen. Doch nur ein Tor der um den Klassenerhalt kämpfenden Knappen reichte aus, um den Elan des Titelverteidigers abrupt zu beenden und die Elf von der Isar war keine furchteinflößende Spitzenmannschaft mehr. Die hochbezahlten Profis von der Säbener Straße wirkten plötzlich wie eingeschüchterter Abstiegskandidat. Am Ende war es die von Felix Magath aufgebotene Equipe, die zwei Treffer erzielte und die Punkte einsackte. Es war nicht das erste Mal, dass das Team von der Isar in sich zusammengefallen ist. Doch so hoch wie im Treffen mit Schalke ist die Fallhöhe der Bayern noch nicht gewesen.

Gladbach

Für die Gladbacher wird die Lage nach dem 1:2 gegen Hannover immer trostloser. Jetzt hat der Verein acht Heimspiele absolviert, aber keines davon gewonnen. Zwangsläufig rangieren
die Rheinländer mit zehn dürftigen Punkten völlig zu Recht auf dem letzten Platz. Noch scheint Trainer Michael Frontzeck das Vertrauen des Vorstandes und der Anhängerschaft des fünfmaligen Meisters aus den 1970er Jahren zu haben. Doch, wo die Borussen vom Niederrhein jetzt die rote Laterne tragen, erinnern sich auch kritische Geister aus dem Umfeld des VfL daran, dass ihr Coach zuvor lediglich zwei andere Erstligisten betreut hat: Alemannia Aachen und Arminia Bielefeld, die beide am Ende den bitteren Gang ins Unterhaus antreten mussten. Unterdessen ist Aachen nur Zweitliga-Mittelmaß und ohne Perspektive auf eine Rückkehr in Beletage des Fußballs. Bielefeld steht gar vor dem Fall in die dritte Liga und überdies droht den Ostwestfalen die wirtschaftliche Insolvenz. Die beiden einzigen Siege der Fohlen in dieser Saison beim rheinischen Nachbarn in Leverkusen (6:3) und beim Erzrivalen in Köln (4:0) müssen den Verantwortlichen in Mönchengladbach den Blick für die Realitäten vernebelt haben.