Ein Dreier ist notwendig

Hans Zaremba zum Spiel von Deutschland gegen Ghana

Die große Begeisterung der schwarzrotgoldenen Fußballfreunde nach dem überzeugenden Sieg mit 4:0 von Deutschland über Australien folgte nach der Schlappe von 0:1 gegen Serbien zwangsläufig die unvermeidliche Ernüchterung. Noch sind die Männer von Joachim Löw in der Konkurrenz um den Worldcup. Ob sie jedoch die Gruppenphase überstehen werden, dass wissen die vielen Anhänger des DFB-Teams spätestens am Mittwochabend, 23. Juni, um 22.00 Uhr, wenn das alles entscheidende Match der von Kapitän Phillip Lahm angeführten Kicker mit dem Adler auf der Brust gegen Ghana abgepfiffen ist.

Ein Dreier ist notwendig.Die Anmerkungen von Hans Zaremba zum WM-Verbleib von Deutschland.

Schwachstelle

Ohne einen Dreier im Vergleich mit den Afrikanern können neben den Franzosen auch die Deutschen den Flieger für die Rückkehr nach Europa buchen. Aus Kostengründen würde sich eine Kooperation anbieten. Kurzum: Der Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft wird viel zu tun haben, seine ausschließlich aus Bundesligaspielern rekrutierte Mannschaft gegen die aus vielen Ligen zusammengewürfelte Equipe von der Atlantikküste optimal einzustellen. Ohne personelle Veränderungen auf der deutschen Seite wird dies nicht möglich sein. Neben dem gesperrten Miroslav Klose von Bayern München sollte er auch seinem gegen Serbien nicht überzeugenden Mannschaftskollegen Holger Badstuber eine Pause gönnen. Der 21jährige offenbarte am vergangenen Freitag auf seiner Position eine deutliche Schwachstelle. Möglicherweise rächt es sich, dass der DFB-Coach auf den Dortmunder Innenverteidiger Mats Hummels bei der Berufung seines Aufgebotes für die vier Wochen am Kap verzichtet hat. Der BVB-Spieler hätte gut die Rolle von Arne Friedrich im Abwehrzentrum ausfüllen können, während der Noch-Berliner auf die rechten Außenseite rücken und Philipp Lahm auf seine angestammte linke Außenposition zurückkehren hätte können. Doch dies alles geht nun nicht mehr. Schade. Mit dem 1957 von Großbritannien unabhängig gewordenen Ghana hat womöglich die letzte afrikanische Nation die Chance, bei der ersten FIFA-WM auf dem afrikanischen Kontinent über die Vorrunde hinaus im Turnier zu bleiben. Die Aussichten von Südafrika und die Elfenbeinküste sind da schon wesentlich geringer.