Wolfsburg bleibt vorne

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Im 28. Durchgang der aktuellen Erstliga-Spielzeit haben die Favoriten aus Wolfsburg (2:1 über Leverkusen) und München (1:0 in Bielefeld) keine Schwächen gezeigt. Ebenso konnte auch der Dritte aus Hamburg mit dem 2:1 über Hannover punkten und schielt unversehens wieder nach der Meisterschale. Die Lage an der Spitze ist mit dem VfL Wolfsburg (57 Punkte), dem FC Bayern München und dem Hamburger SV (jeweils 54 Zähler) zweifellos spannend. Dieses Trio wird dicht gefolgt von dem Duo aus Berlin (52) und Stuttgart (51). Sechs Spieltage vor Ende der 46. Auflage der Bundesliga ist der Wettbewerb um die Deutsche Fußballmeisterschaft 2009 noch lange nicht entschieden und weiterhin vieles möglich.

Sieht einen spannenden Wettbewerb um die Meisterschaft und einen packenden Kampf um den Klassenerhalt.Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba, der auf die verbleibenden Spieltage der Bundesligasaison 2008/2009 schaut.

Erfolgsspur

Während Wolfsburg nach seinem zehnten Sieg in Folge (ein neuer Rekord) in der nächsten Runde mit seinem Auftritt in Cottbus den vermeintlich leichteren Gegner hat, empfangen die Bayern die wieder erstarkten Schalker. Die Knappen haben nach der Entlassung ihres Managers Andreas Müller und dem Rauswurf ihres Trainers Fred Rutten überraschend schnell den Weg in die Erfolgsspur zurückgefunden. Sie konnten alle drei Spiele mit dem neuen Chefcoach Mike Büskens ohne Gegentor als Gewinner beenden und wertvollen Boden in der Tabelle wettmachen. Plötzlich sind sie nach dem Einbruch von Hoffenheim wie der Erzrivale aus Dortmund erneut ein Anwärter auf einen Uefa-Cup-Rang. Die augenblickliche Kurve der Borussia ist nach dem Dreier in Bochum noch um einen Sieg erfolgreicher. Bei den Dortmundern läuft es derzeit wirklich gut, was auch die Rückkehr ihres lange verletzten Abwehrspielers Leonardo de Deus Santos (besser bekannt als Dede) in das Team bewirkt haben dürfte. Was die Männer von Jürgen Klopp im kleinen Ruhr-Derby abgeliefert haben, brachte den Trainer der Borussen regelrecht ins Schwärmen (“Das war phasenweise das Beste, was ich in dieser Saison gesehen habe”). Jetzt erwartet der BVB den HSV. Die zahlreichen Anhänger der beiden punktegleichen westfälischen Traditionsclubs aus dem Ruhrpott, wovon es viele königsblaue Fans bei den Wadersloher Füchsen und etliche schwarzgelbe Freunde bei den Lippstädter Optimisten gibt, können sich am 29. Spieltag auf zwei reizvolle Begegnungen freuen.

Formkrisen

Kaum noch Chancen auf die internationalen Wettbewerbe hat dagegen Leverkusen nach seiner Pleite in Wolfsburg. Bei den Farbenstädtern wirken sich Unerfahrenheit, Formkrisen und das Fehlen von einem Kopf in der Mannschaft gravierend aus. Zudem war Bruno Labbadia in seiner ersten Saison als Erstliga-Trainer mit dieser ungünstigen Konstellation überfordert. Ob er seinen Job auch noch nach dem Ende der Saison bei Bayer innehaben wird, erscheint mehr als ungewiss. Erschöpft waren auch die Karlsruher nach dem 2:2 im Duell mit den im Sinkflug befindlichen Hoffenheimern. Mit dürftigen 19 Punkten bilden die Badener schon etwas abgeschlagen das Schlusslicht der Klasse. Der bittere Gang in die Zweitklassigkeit steht ihnen kurz bevor. Augenscheinlich hat sich der KSC-Manager Rolf Dohmen damit auch schon abgefunden, wofür seine parallelen Planungen für das Unterhaus ein nicht zu übersehbares Indiz sind. Da ist die Situation für Cottbus als Vorletzter und Gladbach auf dem 16. Rang mit ihren jeweils 23 Zählern nicht ganz so aussichtslos. Die Lausitzer und Niederrheiner sind sehr nahe an Bielefeld dran, das lediglich einen winzigen Punkt mehr auf dem Konto hat. Die Mönche können am Sonntag sogar die Ostwestfalen überholen, wenn sie vor eigenem Publikum die Kicker vom Teutoburger Wald besiegen. Der Abstiegskampf wird genauso packend sein wie die Konkurrenz um den Titel, zumal auch Bochum (28 Punkte) und Hannover (29) als gefährdet gelten. Obendrein können Köln und Frankfurt (jeweils 32) nach ihren Niederlagen am 28. Spieltag noch vom Sog nach unten erfasst werden. Die Übungsleiter am Rhein (Christoph Daum) und Main (Friedhelm Funkel) müssen noch viel an Motivation leisten, wenn sie zum Finale keine bösen Überraschungen erleben wollen.