Abfuhren für Schalke und Dortmund

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Weder die schwarzgelben Lippstädter OPTIMISTEN und die treuen Anhänger des BVB 09 noch die blauweißen Wadersloher Füchse und die große Gemeinde der Freunde des FCS 04 konnten am 22. Spieltag mit den Resultaten ihrer Kicker zufrieden sein. Es waren nicht nur die Abfuhren der Gelsenkirchener im Treffen mit Bayern München (0:1) und der Dortmunder bei Werder Bremen (0:2), über die sich die Fans der Traditionsvereine aus dem Ruhrgebiet geärgert haben. Die Leistungen der beiden Erzrivalen in den Spielen mit den derzeit führenden Clubs von der Isar und der Weser waren absolut zu wenig, um in der Bundesliga eine bedeutende Rolle einnehmen zu können.

Schalker Krise

Während man am Dortmunder Borsigplatz mehr oder weniger die Liga abgehakt hat und auf ein Weiterkommen im DFB-Pokal setzt (und vom Losglück mit dem Halbfinale daheim gegen Jena begleitet wird), ist am Schalker Markt eine heftige Krise entstanden, die noch zu einigen spektakulären Maßnahmen führen dürfte. Durch den Erfolg in Gelsenkirchen führen die Münchener die Tabelle weiter an und empfangen jetzt das Überraschungsteam der Karlsruher. Mit dem 3:1 über Wolfsburg haben die Badener erneut unterstrichen, ein durchaus ebenbürtiger Gegner der etablierten Bundesligisten zu sein. Ob der gute Lauf des KSC auch für einen Sieg beim Favoriten ausreicht, ist jedoch zweifelhaft. Werder bleibt nach dem Match mit Dortmund zwar der beharrlichste Verfolger der Bayern, aber der Abstand beträgt immer noch vier Punkte. Ohne ein Straucheln mit zumindest zwei Niederlagen des Rekordmeisters werden die Schützlinge von Thomas Schaaf keine echte Chance haben, der Auswahl von Ottmar Hitzfeld den Titel noch streitig zu machen.

Bielefelder Operation

Nach einer langen Durststrecke konnte Bielefeld in Rostock endlich mal wieder einen Punkt gewinnen. Gleichwohl sind die Ostwestfalen höchst gefährdet. Lediglich zwei Zähler trennen sie noch von einem Abstiegsrang. Die Operation Klassenerhalt muss die Arminia nun im Vergleich mit Schalke fortsetzen. Etwas leichter hat es dagegen die Hansa von der Ostsee, die beim Auftritt in Duisburg wichtige Punkte für den Ligaverbleib holen kann. Während der MSV nach dem 0:2 in Berlin der Träger der roten Laterne bleibt, geht die Elf von Frank Pagelsdorf mit dem behaglichen Vorsprung von fünf Zählern in das Duell der Aufsteiger aus dem Sommer 2007. Das Spiel an der Wedau könnte somit vielleicht schon zu einer ersten Vorentscheidung für die Zukunft der Zebras werden.

Nürnberger Talfahrt

Trotz ihres neuen Mannes auf der Bank, Thomas von Heesen, setzt sich die Talfahrt der Nürnberger fort. Auch in Hannover gab es für den Club beim 1:2 nichts zu gewinnen. Die mittelmäßige Partie genügte den Niedersachsen, nach fünf sieglosen Spielen einen Dreier zu holen und sich die Aussicht zu erhalten, zum Ende noch auf einen Uefa-Cup-Platz zu landen. Allerdings steht für die Männer von Coach Dieter Hecking jetzt der schwere Gang nach Leverkusen bevor, das sich nach der Pleite in Bochum dringend rehabilitieren muss. Ebenso so riesig ist die Aufgabe für die Franken, gegen Hamburg zu bestehen. Der HSV hat sich mit dem 4:1 über die Frankfurter Eintracht effektvoll in der Liga zurückgemeldet und verbesserte sich mit 41 Punkten auf den dritten Platz.

Bochumer Blicke

Nach dem 2:0 von Bochum über Leverkusen blicken die Westfalen entspannt auf das Spiel gegen Frankfurt und voraussichtlich auch auf ein weiteres Jahr in der deutschen Eliteklasse. Mit dem Abstieg wird der VfL wohl nichts mehr zu tun haben. Es zeichnet sich ab, dass diese Entscheidung zwischen Duisburg, Cottbus, Nürnberg, Bielefeld und Rostock ausgemacht werden dürfte. Alles andere wäre eine faustdicke Überraschung.