Eindrucksvolle Karlsruher

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Schon lange hat ein Aufsteiger nicht mehr so begeisternd und erfolgreich die Spiele absolviert, wie dies die Karlsruher in den bisherigen 20 Begegnungen gezeigt haben. Das tolle 2:2 der Badener gegen Leverkusen war wieder ein Beispiel für ihre Fußballfreude. Selbst ein Rückstand von 0:2 konnte die vom Ex-KSC-Profi Edmund Becker betreute Mannschaft nicht aufhalten. Diese Art des Laufes erscheint als etwas Geheimnisvolles, ist aber nichts ganz Neues. Bochum, 1860 München, Freiburg und zuletzt Nürnberg haben im letzten Jahrzehnt ebenso die Leistung geschafft, als Außenseiter in das obere Drittel der Tabelle vordringen. Doch meist nur von kurzer Dauer, im zweiten Jahr folgte oft der Einbruch und am Ende des vorübergehenden Höhenfluges stand der Abstieg.

Das Schicksal der Nürnberger

Derzeit befinden sich die Nürnberger auf dem Gang ins Unterhaus. Während sie im Vorjahr die Liga mit 48 Punkten auf dem guten sechsten Rang abschlossen und eine Woche später die gerade Deutsche Meister gewordenen Stuttgarter im Pokalfinale auch noch bezwangen, befinden sie sich jetzt nach 20 Spieltagen mit dürren 16 Zählern auf einem Abstiegsplatz. Die Chancen, noch aus dem Keller zu kommen, sind für den Club gering. Der Wechsel vom kantigen Hans Meyer auf den vor Jahresfrist in Bielefeld gescheiterten Thomas van Heesen hat nicht die schnelle Wende bei den Franken gebracht, die ihr Präsident und Sponsor Michael A. Roth vom neuen Trainer erwartet hatte. Auch in Bremen musste sich der Verein aus der Noris mit 2:0 geschlagen geben. Nun kommt Cottbus an die Pegnitz, das genauso heftige Nöte wie der Gastgeber hat.

Der Blick der Dortmunder

Die Lausitzer sind nach dem 0:2 gegen den BVB, was sie trotz regierungsamtlicher Unterstützung aus dem Kanzleramt und der brandenburgischen Staatskanzlei hinnehmen mussten, dringend auf einen Punkt angewiesen, wenn sie nicht vollends im Sumpf des Abstiegs versinken wollen. War nach der Derbypleite die Welt bei den Dortmundern und ihren treuen Fans mehr oder weniger eingestürzt, können sie jetzt nach dem Cottbus-Sieg wieder nach vorn blicken. So wechselvoll erlebte die schwarzgelbe Gemeinde in der Region und in Lippstadt das Auf und Ab ihrer Kicker in dieser Saison bereits mehrfach. Nun schauen die Anhänger der Männer vom Borsigplatz gebannt auf den kommenden Spieltag, wo die Borussen mit der machtvollen Unterstützung der Südtribüne und etlichen Anhängern von der Lippe die Hansa aus Rostock empfangen.

Die Chancen der Verfolger

Die Fußballer von der Ostsee haben mit dem 1:0 über Frankfurt drei wichtige Zähler erzielt und den Abstand zu den Abstiegsrängen auf fünf Punkte ausgebaut. Sicherlich auch ein Verdienst der beharrlichen Arbeit ihres Übungsleiters Frank Pagelsdorf. Damit wurde vorerst der Weg der Kicker vom Main auf die Uefa-Cup-Ränge gestoppt. Ob die Eintracht im nächsten Match gegen Bremen an ihre vorherigen Erfolge wieder anknüpfen kann, erscheint nach dem 2:0 von Werder über Nürnberg zweifelhaft. Die Grünweißen bleiben die zähsten Verfolger des Favoriten und wohl die Einzigen, die den Rekordmeister im Wettkampf um die Schale noch abfangen können. Dass dies aber ein schweres Unternehmen ist, belegt das 3:0 der Bayern im Sonntagsspiel bei Hannover, wo Luca Toni in weltmeisterlicher Form mit seinem Hattrick die Ambitionen der Münchener nachhaltig unterstrich. Souverän führen sie mit drei Punkten Vorsprung. Die Träume der Schalker, auch noch in den Titelkampf eingreifen zu können, sind nach dem Heimfiasko mit den Wolfsburgern vorläufig beendet. Mit dem 1:2 in der Meisterschaft und der kürzlichen Niederlage nach dem Elfmeterschießen im Pokal mussten sich die Schützlinge von Mirko Slomka innerhalb weniger Tage zweimal dem Team von Felix Magath geschlagen geben.