Ein verpasster Aufstieg

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Gewiss sind 70 Punkte aus 36 Begegnungen in der Oberliga Westfalen eine ansehnliche Ausbeute. Doch das über eine lange Strecke in der jetzt abgeschlossen Saison durchaus mögliche Ziel, die Rückkehr in die Regionalliga, verpasste der SV Lippstadt 08 auch im zweiten Jahr nach seinem Abstieg aus der vierten Fußball-Klasse.

Hans Zaremba über den SV Lippstadt 08

Lippstadt am Pfingstmontag, 25. Mai 2026 (I):
Die Mannschaft des SV Lippstadt 08 bereitet sich auf das letzte Heimspiel in der Oberliga-Saison 2025/26 gegen die zweite Auswahl von Preußen Münster vor.

Etliche Aussetzer

Während noch beim letzten Heimspiel am Pfingstmontag mit der Schlappe von 1:3 gegen die zweite Auswahl des SC Preußen Münster von einem müden Sommerkick des SV die Rede war, waren die Schwarz-Roten sechs Tage später beim Regionalliga-Aufsteiger SG Wattenscheid 09 alles andere als nur ein Sparringspartner. Die von Felix Bechtold betreuten Männer beendeten im Lohrheidestadion vor rund 4.500 Zuschauerinnen und Zuschauern das Fußballjahr 2025/26 mit einem beachtlichen torlosen Remis. Doch viele Anhänger der Lippstädter blicken auch auf andere Ergebnisse aus der Zeit vom Sommer 2025 bis in den Mai 2026 zurück. Es waren halt etliche Aussetzer des SV, wie das 0:0 bei der Victoria Clarholz von Mitte Mai, durch das der Traum von der begehrten Beförderung endete. Folglich war nach dem Match im benachbarten Kreis Gütersloh die Enttäuschung groß, da spätestens durch dieses Unentschieden das anvisierte Comeback in der Regionalliga zumindest um weitere 12 Monate vertagt werden musste. Jetzt schauen nicht nur die treuen Fans an der Lippe, auch die Verantwortlichen auf der Brücke des Vereins auf das Jahr 2027. Dann wird die erfolgreiche Zusammenlegung der einstigen Fußballabteilungen der Traditionsvereine Borussia Lippstadt 08 und Teutonia Lippstadt 08 drei Jahrzehnte zurückliegen. Eine Renaissance in der Regionalliga zum Fusionsjubiläum wäre sicherlich eine gelungene Beigabe für die aus diesem Anlass vermutlich geplante schwarz-rote Feier.

Lippstadt am Pfingstmontag, 25. Mai 2026 (II):
Die abgebildeten jungen Mädchen nutzten mit ihren Betreuerinnen beim letzten Heimspiel des SV Lippstadt 08 in der Liebelt-Arena gegen Preußen Münster II die Gelegenheit, um Spenden für die Anschaffung von Regenjacken der jugendlichen Fußballerinnen zu sammeln. Ein lobendes Engagement.    
Fotos (2): Hans Zaremba

Fehlende Kontinuität

Aber nicht nur durch den Auftritt in Clarholz haben die SV-Kicker die Aussichten für ein Wiedersehen in die Regionalliga vergeigt. Es war im Wesentlichen der gesamte April, der den Lippstädtern ihre Perspektiven vermasselte, um in 2026/27 wieder höherwertiger auflaufen zu können. Das belegen folgende Resultate: 1:1 bei Arminia Bielefeld II, 0:0 beim FC Eintracht Rheine, 0:3 beim SV Westfalia Rhynern, 2:1 daheim gegen den Sportverein Scherbeck und 0:1 bei ASC 09 Dortmund. Lediglich ein Sieg aus fünf Partien. Und bescheidene fünf Punkte von möglichen 15 Zählern sind zu dürftig, um die unter Profibedingungen agierende Regionalliga zu erreichen. Da helfen auch keine auffälligen Punkteteilungen im Vergleich mit dem verdienten Aufsteiger aus Wattenscheid. Im Dezember beim 2:2 im Match mit der überlangen Spielpause infolge des Flutlicht-Ausfalls und jetzt mit dem 0:0 zum Ausklang der Oberliga-Saison 2025/26. Übrigens: Der Abend im Advent ist für manchen Lippstädter Fußballfreund das Highlight schlechthin, wenn er auf die Treffen der von ihm begleiteten Mannschaft zurückschaut. Ein gut besuchtes Stadion im Winter mit einem zweifellos ansprechenden fußballerischen Schlagabtausch. Zur Betrachtung des nun abgelaufenen Oberligajahres gehört auch diese Anmerkung: Dem SV Lippstadt 08 fehlte in der gesamten Saison die notwendige Kontinuität, um mit den drei stärkeren Konkurrenten aus Rhynern, Wattenscheid und Dortmund mithalten zu können. Sie bilden nicht von ungefähr das Trio an der Tabellenspitze.