Gerade hatte Frankfurt nach der Trennung von Dino Toppmöller mit dem im Liga-Business weithin unbekannten Albert Riera einen Ersatz gefunden, da erwischte es in Bremen mit Horst Steffen erneut einen Übungsleiter. Auch der zum Juli mit vielen Erwartungen aus Elversberg verpflichtete Trainer wurde ein Opfer der Erfolglosigkeit des von ihm betreuten Teams. Im schnelllebigen Oberhaus dürfte er wohl kaum der letzte Mann gewesen sein, der in der aktuellen Saison ein ähnliches Ungemach erlebt.
Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Ebenso schaut der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, auf den Rauswurf des Trainers Horst Steffen beim SV Werder Bremen.
Bremen
Inwieweit Horst Steffen gut beraten war, im letzten Sommer die Wohlfühloase im Saarland für die raue Beletage zu verlassen, muss bezweifelt werden. Die derzeitigen Verläufe der Elversberger, die nach dem in 2025 knapp verpassten Bundesliga-Aufstieg weiter auf das Oberhaus schielen, und Bremer, die nach dem 1:1 gegen Mönchengladbach auf dem 15. Rang gerutscht sind, zeigen dies auf. Der einstige Mittelfeldkicker mit Stationen in Uerdingen, Mönchengladbach und Duisburg hat es an der Weser nicht vermocht, aus einem nicht hinreichenden Kader eine taugliche Crew zu formen. Doch die Verantwortung für die grün-weiße Talfahrt tragen auch andere. Nicht zuletzt der Geschäftsführer für den Fußball, Clemens Fritz. Vom letzten Abstieg des SV Werder Bremen in 2021 scheint man wenig gelernt zu haben. Wahrscheinlich kam das unmittelbare Comeback im Jahr 2022 zu schnell.
Hamburg
Verblüfft waren viele Beobachter am 20. Spieltag über die Darbietung des Starensembles von der Isar in Hamburg, wo es nach der ersten Saisonpleite in Augsburg nun beim Hamburger SV zwei Punkte liegen gelassen hat. Der von Vincent Kompany betreute Titelverteidiger kam beim letztjährigen Bundesliga-Rückkehrer über ein 2:2 nicht hinaus. Damit errangen die Rothosen erstmals seit September 2014 einen Punkt gegen den Branchenführer. Dazwischen lagen heftige Schlappen (zweimal unterlag Hamburg 0:8, einmal 0:6, zweimal 0:5) und die sieben Jahre der Zweitklassigkeit des HSV. Hingegen musste der Lokalrivale St. Pauli bei seinem Gastspiel in Augsburg mit 1:2 wieder eine Niederlage hinnehmen, obwohl die Kiezkicker vom Anfang bis zum Ende den größeren Anteil der Begegnung hatten. Damit bleiben sie vorerst auf der vorletzten Position hängen.
Wolfsburg
Überhaupt sieht es für die Nordclubs aktuell trist aus. Auch für die Wolfsburger wird es nach ihrem 1:2 in Köln wieder brenzlig. Der VfL gewann in den vergangenen drei Partien gegen die Abstiegskandidaten Heidenheim und Mainz sowie den rheinischen Aufsteiger lediglich einen Zähler. Dadurch verpassten die Wölfe aus der Autostadt, sich von der Abstiegszone abzusetzen. Während damit es damit für den VfL-Trainer Daniel Bauer ungemütlicher geworden ist, hat sich die Lage für seinen Kölner Kollegen Lukas Kwasniok etwas entspannt.
Dortmund
Der nächste Gegner des VfL am 21. Spieltag, Borussia Dortmund, konnte in seinem letzten Spiel vor heimischer Kulisse im Vergleich mit dem 1. FC Heidenheim ein knappes 3:2 einfahren. Folglich hat sich der Rückstand des BVB auf die führenden Bayern nach dem Patzer von München in Hamburg und dem Dreier der Schwarz-Gelben im Treffen mit den Baden-Württemberger auf sechs Punkte reduziert. Ob es nach dieser Konstellation noch einmal spannend um die im Mai anstehende Schalen-Vergabe wird, ist aber fraglich. Die BVB-Fans und die Lippstädter „Optimisten“ sahen gegen Heidenheim wiederum eine Borussia, die nach ihrem zeitweiligen Rückstand gegen das Schlusslicht nur einen Pflichtsieg schaffte.
