Die BVB-Fans – auch die von den Lippstädter „Optimisten“ – hatten es zuletzt nicht leicht, entspannt auf Borussia Dortmund zu schauen. Die Saison 2024/25 wurde von etlichen Schlappen und Machtkämpfen überlagert. Umso beachtlicher war für die Schwarz-Gelben im Mai das Erreichen der Champions-League-Konkurrenz 2025/26. Vor diesem Hintergrund ist das von Niko Kovac formierte Team jetzt in die neue Spielzeit gestartet.
Hans Zaremba über den BVB

Das meint der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seinem Beitrag über die Schwarz-Gelben aus dem Revier nach dem 1:0 im DFB-Pokal beim Nachbarn Rot-Weiß Essen und der Entscheidung des BVB 09 im November 2025 mit Blick auf dem künftigen Präsidenten.
Verdienste
Was man lange in Dortmund nicht wahrhaben wollte, ist die fehlende Aufarbeitung der verpassten Meisterschaft in 2023. Es wurde zum langwirkenden Trauma, als der von Edin Terzic betreuten Mannschaft am letzten Spieltag vor heimischer Kulisse der eigentlich schon perfekte Titelgewinn durch ein kümmerliches 2:2 gegen Mainz 05 entglitt. Die bereits rund um den Borsigplatz organisierte Feier musste ausfallen, da parallel die Bayern durch ihr spätes 2:1 in Köln noch die Schale holten. Von diesem Schock erholte sich die BVB-Crew mit ihren damaligen Führungskräften Mats Hummels und Marco Reus im Folgejahr nicht richtig. Auch der vierte Rang am Ende der 61. Bundesliga-Auflage und die Teilnahme am Finale in London um die europäische Vereinskrone (0:2 gegen Real Madrid) konnten diese mentale Last nicht verbergen. Es folgte im Juni 2024 – am Tag vor dem Beginn des Europaturniers der Nationalauswahlen – die überhastete Trennung von Edin Terzic und das Wagnis mit Nuri Sahin als neuen Cheftrainer. Der Ausgang des Experiments ist bekannt. Bereits sieben Monate später übernahm Niko Kovac als Übungsleiter nach einer Serie von Reinfällen in der Champions-League, Bundesliga und im DFB-Pokal einen völlig verstörten Kader. Es ist zweifellos das Verdienst des einstigen Spielers von Leverkusen, Bayern München und des Hamburger SV, dass er im zweiten Teil des vergangenen Fußballjahres – Februar bis Mai 2025 – die Schwarz-Gelben wieder in die Spur brachte. Das Resultat war die imponierende Umsetzung des zuvor von den Oberen der Dortmunder verkündeten Saisonziels mit der Qualifikation für die europäische Königsklasse in 2025/26.
Kontroversen
Überdies gab es nach dem Rückzug von Hans-Joachim Watzke als Verantwortlicher des Sportressorts mit der gleichzeitigen Berufung des vormaligen Nachwuchskoordinators Lars Ricken zum Sportgeschäftsführer einen weiteren Umbruch. Der Umstand, dass der Sauerländer der GmbH und Co KG aA als Vorstandschef erhalten blieb, war für den neuen Mann auf der Brücke des einzigen börsenorientierten Bundesligisten keine einfache Situation. Schon kurz nach seiner Bestellung musste der frühere Nationalspieler den Technischen Direktor Sven Mislintat entlassen, da dessen Kontroversen mit dem Sportdirektor Sebastian Kehl offenkundig nicht mehr zu kitten waren. Insider meinen, dass in Dortmund auch nach der Bestallung von Ricken in seiner heutigen Rolle keine Entscheidung ohne Watzke getroffen wird. Ebenso soll kaum eine Nachricht eines BVB-Mitarbeiters in die Öffentlichkeit gelangen, ohne vorher die Erlaubnis des 66-Jährigen eingeholt zu haben. Zudem wurde jetzt definitiv gemeldet, dass der Diplom-Kaufmann aus Marsberg nach dem Auslaufen seines Vertrages als Vorstands-Boss im November bei der Jahresversammlung des Ballspielvereins Borussia 09 e.V. Dortmund für das Präsidentenamt kandidiert. Doch der aktuelle Vormann, der Mediziner Dr. Reinhold Lunow aus Bornheim bei Bonn, will nicht weichen. Entgegen ursprünglicher Aussagen strebt der Internist eine Bestätigung in der Position an, die er im Herbst 2022 vom Juristen Dr. Reinhard Rauball übernommen hat. Viele BVB-Anhänger befürchten ähnliche Zustände wie in München, wo sich der Ex-Manager und heutige Aufsichtsrat Uli Hoeneß fortgesetzt in die operativen Vorgänge einmischt. Für die Ausrichtung von Borussia Dortmund auf die 63. Bundesliga-Auflage sind dies bedenkliche Abläufe, die rasch die sportlichen Ambitionen des Clubs negativ beeinflussen können. Dass der BVB-Weg in 2025/26 nicht einfach ist, hat am Montagabend das schwer erkämpfte 1:0 der Dortmunder im DFB-Pokal beim Drittligisten RW Essen offenbart.
Anmerkung des Verfassers
Dieser Beitrag ist in ähnlicher Form bereits am Sonntag, 3. August 2025, veröffentlicht worden. Mit Blick auf eine Übernahme durch die Publikation Lippstadt am Sonntag ist der Artikel nach dem gestrigen Spiel und dem 1:0 vom Borussia Dortmund im DFB-Vereinspokal bei Rot-Weiß Essen redaktionell ergänzt worden.
