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Jubel in Frankreich, Sorgen bei den Anderen [17.07.2018]

WM-Anmerkungen von Hans Zaremba

Das 4:2 von Frankreich gegen Kroatien im Finale um die Fußballweltmeisterschaft hat zweifellos viel Freude bei den Fans der Grande Nation bewirkt. Zugleich hat der Triumph von Frankreich bei den Konkurrenten auch Sorgen vor einer lange bleibenden Dominanz der Les Bleus ausgelöst. Doch die Geschichte nach den vorherigen Turnieren belegt, dass großer Ruhm relativ schnell verblassen kann. Das hat gerade auch die Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erlebt.


Von übertriebenen Huldigungen bis unverhüllte Ambitionen: Dies stellte der Chronist des Lippstädter BVB-Fanclubs, Hans Zaremba, in seinen WM-Anmerkungen nach dem Finale von Moskau heraus..

Übertriebene Huldigungen

Auffallend ist, dass seit 1962 – wo Brasilien in Chile seinen 1958 in Schweden geholten Titel verteidigte – keine Mannschaft mehr in der Lage war, einen WM-Triumph unmittelbar zu wiederholen. Auch den Männern aus Deutschland gelang nach ihren einstigen Siegen in 1954, 1974, 1990 und dem vorerst letzten Erfolg in 2014 kein direkter Titeltriumph. Von daher erscheinen manche Huldigungen für die französische Equipe in der internationalen Presse zum Teil übertrieben. Insbesondere jene, die nun von einer langwährenden Übermacht Frankreichs im Weltfußball schreiben. Dabei soll an dieser Stelle die Leistung von Frankreich auf dem Turnier in Russland keinesfalls geschmälert werden. Manche heimische Fußballfreunde an der Lippe und Umgebung haben noch die gedankenlose Äußerung des ehemaligen Teamchefs Franz Beckenbauer aus dem Sommer 1990 in Erinnerung, wo er nach der dritten WM-Stern für den DFB meinte: 'Die deutsche Mannschaft wird sehr schwer zu schlagen sein'. Das schmachvolle Ausscheiden in den USA im Jahr 1994 zeigte jedoch unverschleiert die Realität auf. Es sollte nach dem WM-Sieg von Rom am Sonntag, 8. Juli 1990 – wo Deutschland mit 1:0 Argentinien bezwang - immerhin 24 Jahre dauern, bis die deutsche Nationalelf am Sonntag 13. Juli 2014, in Rio erneut mit einem 1:0 gegen Argentinien wieder den Weltpokal einheimsen konnte. Zu würdigen ist hier aber auch das Vordringen von Kroatien bis ins Endspiel. Es waren zuvor nur wenige Betrachter, die der Crew vom Balkan diesen Weg zutrauten. Das Aufgebot mit dem wohl besten Einzelakteur der WM 2018, Luka Modrić, hat in den kräftezehrenden Begegnungen in Russland stets eine beeindruckende Moral gezeigt. Nicht von ungefähr haben die Kroaten den Gastgeber und die starken Engländer aus dem Wettbewerb der 48 weltbesten Teams wegräumen können.

Keine Empfehlungen

Was momentan von den vier Wochen in den Weiten der russischen Föderation bleibt, ist die Erkenntnis des Beobachters, dass der deutsch-spanische Ballbesitzfußball offenkundig nach dieser Weltmeisterschaft vorerst out ist. Selbst Frankreich opferte für den Erfolg phasenweise seine Offensivqualitäten. Sein Coach Didier Deschamps überließ sogar schwächeren Gegnern lieber das Leder, sogar gegen Außenseiter wie Peru in der Vorrunde (wo Frankreich nur 45 Prozent Ballbesitz hatte). Das Finale in Moskau gewannen die Franzosen mit gerade einmal 34 Prozent Ballbesitz und sieben Torschüssen (Kroatien 14). Aber was bedeutet diese WM für die Zukunft des Fußballs? Sollen die vielen Jugendtrainer – wie in Lippstadt und den Nachbarorten – den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen etwa Anti-Fußball lehren und für den Effekt ein Stück weit die Seele des Spiels aufgeben? Etwa nach dem Motto „Gebt den Ball lieber freiwillig her, dann klappt es mit dem Erfolg.“ Dies können keine Empfehlungen sein, um künftig dem Nachwuchs Fußball zu vermitteln.

Unverhüllte Ambitionen

Noch ein Blick auf den DFB: Phillip Lahm, Kapitän der WM-Siegerelf von 2014 und heute Ehrenspielführer, hat mit seiner unverhohlenen Kritik („praktizierte Führungskultur“) an seinem früheren Mentor Joachim Löw seine Ambitionen auf eine Funktionärskarriere markiert. Ob dies richtig war, hat jetzt der DFB zu beurteilen. Geschickt war sie wohl kaum.

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